Flexibilität als Tugend

Der 1. Spieltag war gefühlt gerade erst vorbei, da stand schon das nächste U20 Event an. Dieses Mal mitten im Epizentrum aller ländlichen Umleitungen (ja, die Anfahrt „über Land“ war letztlich nicht die beste Idee), in Eppingen.

Zunächst einmal galt es, im Rahmen des zu stellenden Schiedsgerichtes, die Vorrundengegner in Augenschein zu nehmen. TV Bretten gegen TV Brötzingen standen sich im ersten Spiel des Tages gegenüber. Eine ganz schwache Vorstellung der Brettener im ersten Satz, die sich allerdings deutlich in Durchgang zwei verbesserte, jedoch trotzdem ein deutliches 2:0 für Brötzingen nicht verhindern konnte, verhießen gute Chancen für den SSV eben gegen diese Brettener.

Die Abwehr muss ran

Doch war es die Tatsache, dass Bretten den „Schon-gespielt“-Vorteil hatte, oder einfach nur, dass die SSV Mädel schwer in die Gänge kamen….jedenfalls lief man im ersten Satz durchgehend einem Rückstand hinterher und trotz des Eindruckes, dass auf jeden Fall nur eine Kleinigkeit fehlt, um überlegen zu sein, schafften es die Mannheimerinnen nicht, das Ruder herumzureißen. Einmal mehr eine zu schwankende Annahmeleistung resultierte in einem doch recht deutlichen 13:25 für Bretten.

Eine recht radikale Umstellung der Mannschaft (2 neue Mitten und Hanna zum ersten Mal im Wettkampf auf Dia) führte zu einer sichtbaren Besserung. Deutlich öfter kam man dazu, dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen. Und das war jetzt richtig druckvoll. Mit 25:14 verlief dieser Satz nun so, wie es auch in Satz eins möglich gewesen wäre. Der Tie-Break musste also für die Entscheidung sorgen, und es lief weiterhin gut. Zumindest bis in die zweite Hälfte des Satzes. Und plötzlich war es wieder wie zu Beginn, große Unsicherheit in der Annahme und ein sich steigernder Gegner ließen letztlich ein völlig unnötiges 14:16 auf der Anzeigetafel stehen. Das hätte man definitiv vermeiden können!

Fluch oder Segen, jedenfalls ging es ohne Unterbrechung weiter gegen Brötzingen. Diese hatten in Spiel 1 schon gezeigt, dass sie mal wieder „gut in Schuss“ waren. Und so war Kreativität gefragt, um der eben gezeigt Annahmeunsicherheit Herr zu werden. So fand sich denn plötzlich eine neue Trikotfarbe auf dem Spielfeld. In einem Kurzgespräch hatte sich Sinah bereit erklärt, die Position der Libera zu übernehmen und somit eine weitere Aufstellungskomponente zu ermöglichen. Um es vorweg zu nehmen, nach anfänglicher, völlig natürlicher Aufregung, lieferte sie eine tolle und vor allem äußerst hilfreiche und stabilisierende Leistung auf dieser Position für den Rest des Tages! Somit war man auf Augenhöhe und lieferte sich einen grandiosen Schlagabtausch über den kompletten ersten Satz, leider mit dem etwas besseren Ende für Brötzingen – 23:25. Aber nun hatte die Mannschaft endlich Feuer gefangen. Spektakulär, was die Mädels in Durchgang zwei lieferten. Fast durchgehend sichere Annahmen, sehr kämpferische Abwehrleistung, variable Ballverteilung aus dem Zuspiel und der SSV Angriff ließ es krachen. So könnte, sollte und wollte man es immer sehen! Das Resultat – 25:19 für Vogelstang. Also mal wieder in den Tiebreak.

Auszeit und Fokusierung

Das Duell zweier gleichwertiger Teams ging weiter, Punkt für Punkt und ganz eng. Bis – ja bis der SSV beim 14:13 Satzball hatte. Angriff Brötzingen, der Ball zwar auf der Seite des SSV, aber die Brötzinger Spielerin hatte deutlich die Hand im Netz. Offensichtlich für das Schiedsgericht nicht deutlich genug. Die Proteste verhallten ungehört und so kam es, wie es in solchen Situationen so oft passiert, der Satz ging mit 14:16 verloren.

Somit war den wirklich toll spielenden Mädels des SSV nicht nur der Lohn für eine starke Leistung verwehrt, sondern auch die Möglichkeit, wichtige Punkte im Gesamt-Klassement zu machen, denn es ging jetzt nur noch um Platz 5.

Gegner waren die Gastgeber aus Eppingen. Die Geschichte ist nun schnell erzählt. Zu keiner Zeit bestand wirklich die Gefahr, dieses Spiel zu verlieren und auch wenn verständlicherweise die Konzentration und der letzte Einsatzwille in Satz zwei das Ergebnis noch einmal knapp machten, brachte man dieses Match solide mit 12:25 und 24:26 nach Hause. Erwähnenswert noch, dass in diesem Match Juli ihren „Einstand“ auf Position Vier gab und auch dieser Test erfolgreich verlief.

Unter dem Strich muss man sagen, es wäre an diesem Tag viel mehr möglich gewesen, auch wenn die Mannschaften leistungsmäßig eng beieinander liegen. Insofern schade um die nicht gemachten Punkte. Auf der anderen Seite gab es mit dem Auftritt von Sinah als Libera, Hanna als Dia und Juli auf der Vier tadellose Leistungen, die somit auch in Zukunft Raum für flexible Aufstellungsoptionen lassen.

Und bei dem Potenzial, das in der gesamten Mannschaft steckt, darf man voller Spannung schon auf den nächsten Spieltag schauen.

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