Hitzeschlacht Holzgerlingen 2026
Zum 40. Mal bereits lud die SpVgg Holzgerlingen zum „Schönbuch-Jugend-Cup“. Und der SSV wollte bei diesem Jubiläumsausgabe natürlich nicht fehlen. Die Temperatur-Vorhersage verhieß für dieses Wochenende schon vorab nichts Gutes – über 30, teilweise sogar über 35 Grad sollten es werden!
Mit geplanten knapp 50 Spielerinnen und Betreuern glich es einer kleinen Meisterleistung, den Fahrdienst mit Eltern-PKWs zu organisieren und für jedes Mädchen für die unterschiedlichen Teams, in denen sie spielen, auch die passenden Trikots dabei zu haben. Bei der Abreise aus Mannheim klappte dann zu früher Stunde allerdings alles völlig reibungslos. Die Hitzewelle hatte allerdings schon vor der Abfahrt einige Spielerinnen außer Gefecht gesetzt, sodass insgesamt 6 Spielerinnen die Reise überhaupt nicht antreten konnten.

Wie aus den vergangenen Jahren gewohnt ließ der Ausrichter von der ersten Minute an alle spüren, dass man hier auf einem außergewöhnlich großen Turnier dabei ist. Die Tribüne war mit knapp 500 Spielerinnen und Trainern vollgepackt, als die Begrüßung zu Klängen von „We will rock you“ ihren Lauf nahm. Sobald dieser Tagesordnungspunkt abgehakt war, verteilten sich die Teams auf insgesamt vier Sporthallen, die in fußläufiger Entfernung verteilt sind.
Der Samstag steht der Veranstaltung in Holzgerlingen traditionell im Zeichen zweier Turniere: bei den „Kleinen“ wird im Modus 4-gegen-4 als U14 gespielt, während bei den „Großen“ ein U18-Turnier ausgetragen wird. Beide Turniere waren mit jeweils 24 Teams absolut voll besetzt. Entsprechend turbulent ging es in den Spielhallen auch zu. Dazu kommt – auch traditionell – die Besonderheit von „Spielen auf Zeit“, die der Ausrichter so gewählt hat, um maximale Planungssicherheit für den Ablauf zu erreichen. Für die Teams bedeutet es jede Menge zusätzlichen Stress, kann man es sich in einem Spiel deshalb kaum erlauben, mal eine Schwächephase einzulegen, weil am Ende möglicherweise die Zeit fehlt, um das wieder aufzuholen.
Die U18/1 war von den Ausfällen ganz besonders betroffen und stand zu Turnierbeginn gerade einmal mit 5 Spielerinnen in der Halle. Glücklicherweise konnten mit Saher und Charlotte zwei Spielerinnen aus der U18/2 dafür gewonnen werden, für das Turnier ein Team nach oben zu rutschen. Die beiden machten ihre Sache von Anfang an ganz hervorragend, allerdings mussten auch bei den 5 „Stammspielerinnen“aufgrund der Ausfälle einige Spielerinnen auf völlig ungewohnten Positionen aushelfen. Das kostete als U18 entsprechend auch die Chancen auf eine der Top-Platzierungen. Und doch nutzte das Team diesen ersten Tag, um sich zu finden und aufeinander einzustellen.

Das erste U14-Team hatte gleich in der Vorrunde das Pech auf seiner Seite. Eine äußerst „unglückliche“ Schiedsrichter-Entscheidung kurz vor Ablauf der Spielzeit entschied ein Match zuungunsten des SSV. So fehlte am Ende ein einziger Punkt zum Einzug in die Spiele um die ersten 12 Plätze. Das war schon sehr schade, weil man im Anschluss auf zahlreiche schwächere Teams traf, gegen die es nur wenig Spaß machte zu spielen. Für Spannung sorgte dann noch die Partie der beiden SSV-Teams U14/1 und U14/2 gegeneinander. Und wie es sich für derartige Duelle gehört, fiel es beiden Teams nicht leicht. Die U14/1 hatte zudem das Gefühl, etwas verlieren zu können und so unterlag man letztlich glatt in zwei Sätzen gegen die „Zweite“. Da war schon sehr viel Prestige im Spiel! Am Ende schloss die U14/2 auf einem 13. Platz dieses Turnier ab und die U14/1 auf Platz 15 – vom Gefühl her war es etwas unter Wert, aber auch für die Mädchen der U14/1 war es eine Art von Einspielen für den zweiten Turniertag.
An Tag 2 werden in Holzgerlingen gleich drei Turniere ausgetragen – jeweils in den Altersklassen U13, U16 und U20. Abermals waren die Turniere auf die vier Spielhallen verteilt, was auch den Ausrichter teilweise vor unlösbare Aufgaben stellte. Der SSV war bei der U20 mit einer Mannschaft am Start, bei der U16 mit zwei Teams und bei der U13 gar mit dreien.
Die U20 musste an diesem zweiten Tag nicht nur auf die beiden Spielerinnen verzichten, die sonntags in der U16 auszuhelfen hatten, sondern auch auf Top-Angreiferin Jana. Die Erwartungen waren entsprechend etwas gedämpft, aber nach der Vorrunde hatte man sich die Chance auf ein Eingreifen in die ersten acht Plätze noch immer erhalten. Es folgte eine Niederlage und damit ein jähes Ende dieser Träume. Zum Turnierende hieß es Platz 10 im Starterfeld von insgesamt 18 U20-Teams und damit ein versöhnlicher Abschluss.
Die Spielerinnen der U16 hatten Tag 1 beim U18-Turnier offenbar optimal genutzt, um sich aufeinander einzuspielen. Jedenfalls glich die Vorrunde einem kleinen Durchmarsch und mit einem Mal stand man schon im Halbfinale. Als auch dieses Spiel zugunsten des SSV ausging, war die Sensation längst perfekt. Nach den vielen Absagen hatte das am Samstag morgen noch niemand erwarten können. Im Endspiel wartete mit dem USC Eugendorf eine österreichische Mannschaft. Sie erwischte in Satz 1 den besseren Start und gewann den Durchgang dann auch. In Satz 2 sah es zunächst auch nach einer klaren Angelegenheit aus, doch angefeuert von zahlreichen Fans und spielfreien anderen SSV-Mannschaften stemmte sich das SSV-Team gegen die drohende Niederlage, spielte sich regelrecht in einen Rausch und drehte den Satz am Ende sogar. Doch so schnell wie sich das Blatt auf Seite des SSV gewendet hatte, ging es im Entscheidungssatz wieder zurück zu den Österreicherinnen. Nach einer kurzen Phase der Enttäuschung wegen der Niederlage überwog spätestens bei der Siegerehrung der Stolz ob der gezeigten Leistung und einem mehr als respektablen zweiten Platz.
Einen ähnlichen Erfolg verpasste hingegen die U13/1 – wenn auch nur sehr knapp. Nach einer Vorrunde ohne eine Niederlage bei fünf gespielten Sätzen gegen fünf Gegner war in der Zwischenrunde nur kurz der Wurm drin. So verspielte man sich die ganz große Chance und zog in die Spiele um die Plätze 5 bis 8 ein. Die beiden restlichen Spiele gewann das Team dann ganz souverän und durfte sich bei 24 angetretenen Mannschaften über einen tollen 5. Platz freuen. Das zweite Team hatte leider wieder etwas Pech und verpasste – ähnlich wie bei der U14/1 tags davor – durch einen Fehler beim Schiedsgericht die Chance zum Einzug in die Plätze 1 bis 12. Dafür gewann man ab diesem Moment bis zum Turnierende alle fünf Sätze der Zwischenrunde sowie beide Spiele in der Endrunde (mit jeweils 2:0) und wurde damit immer noch guter 13.

Neben diesen Top-Teams hatte der SSV auch eine größere Anzahl von jungen und noch sehr unerfahrenen Spielerinnen dabei, für die dieses Turnier das erste große Event in ihrer jungen Volleyball-Karriere darstellte. Alleine schon der große Rahmen erwies sich für die ein oder andere als große Herausforderung, noch nicht zu sprechen von den volleyballerischen Aufgaben. Dennoch war es schön zu sehen, wie sie schrittweise im Turnier ankamen und die beiden Tage dafür nutzten, ihre ersten wichtigen Schritte zu tun.
Trotz drückender Hitze in der Halle hielten alle Mädchen tapfer bis zum allerletzten Ballwechsel durch und nur die Verletzung von U13-Spielerin Marie (Krampf) trübte das Bild ein klein wenig. Auch im Kampf um die letzten Plätze war noch jede Menge Ehrgeiz und Motivation zu spüren und das nach zwei fraglos intensiven und anstrengenden Tagen. So saß bei der Siegerehrung eine müde, aber durchweg glückliche Abordnung des SSV auf der Tribüne und fieberte ihrem „Auftritt“ entgegen. Von dem beeindruckenden Rahmen der Siegerehrung profitierte freilich besonders die U16/1: auf dem großen Podest zu stehen, Medaillen um den Hals zu bekommen und vor voller Tribüne geehrt zu werden – das sind ganz besondere und unvergessliche Momente.
Aufgrund einiger Verzögerungen vor allem beim U16-Turnier verließ das letzte Mannheimer Auto erst gegen 19 Uhr die Holzgerlinger Gefilde. Am Ende kehrten alle völlig geschlaucht, aber auch mächtig stolz und zufrieden von diesem absoluten Highlight eines jeden Volleyball-Jahrs auf die Vogelstang zurück – der Hitzeschlacht beim 40. Schönbuch-Jugend-Cup in Holzgerlingen 2026!

