Mixed Emotions und Überschall

Eigentlich wäre die Geschichte dieses Spieltages ziemlich schnell erzählt und einiger geschriebener Zeilen nahezu nicht wert. Doch glücklicherweise gibt es letztlich doch noch einiges, was an diesem Tag berichtens- und erwähnenswert war.

Die Anreise zum gastgebenden KIT SC aus Karlsruhe verlief störungsfrei und nach kurzer Suche der Sporthalle konnte die Warte- bzw. Schirizeit bis zum eigenen Einsatz im 2. Spiel des Tages beginnen. Wie immer eingeleitet von einer intensiven Phase der Erwärmung und des Einspielens, konnte der Wettstreit Fahrt aufnehmen. So zumindest der Plan. Was folgte war jedoch, gelinde gesagt, eine recht zähe Angelegenheit. Irgendwie lief nichts, aber auch gar nichts zusammen. Zwar „stets bemüht“, aber ohne jegliche Selbstverständlichkeiten, verliefen die erste 2 – 2,5 Sätze der Begegnung in trüber Tristesse. Das Geschehen spielte sich fast ausschließlich auf der Seite der SSV Mädels ab. Egal ob eigene Punkte oder eben viele Fehler bzw. unglückliche Aktionen, die Karlsruherinnen mussten nicht wirklich viel aufbieten, um ein ausgeglichenes Spiel zum tendenziell eigenem Vorteil zu gestalten.

Und so gingen Durchgang 1 und 2 dahin. Man verlor, ohne wirklich Zugriff auf dieses eigenartige Spiel zu erlangen. Egal, was an Anpassungen aus der Coach’s Corner kam, nichts fruchtete – es war zum Verzweifeln. Letztlich sorgten ein umkämpfter und positiv beendeter Ballwechsel, sowie eine tolle Aufschlagserie der aus der D2 ausgeliehenen Sinah für die Wende. Ein wenig der in dieser Saison so oft schon gesehenen Spielfreude und des gewonnen Selbstvertrauens waren plötzlich zurück. Es gelangen nun druckvollere Angriffe von allen Positionen, wo vorher lediglich Sandy wirklich glänzen konnte. Die Aufschläge zeigten mehr Wirkung und vor allem die Eigenfehlerquote sank drastisch. Die Folge, ein knapper, aber verdienter Satzgewinn.

In Satz vier waren die Mannheimerinnen nicht wiederzuerkennen. Ohne den Hauch eines Zweifels wurden nun die Aktionen durchgezogen und je höher die eigenen Nasenspitzen wieder wanderten, umso tiefer sanken die Häupter der Gegnerinnen. Gekrönt wurde dieser Durchgang jedoch von einer kurzen, aber umso unglaublicheren Aufschlagserie von Töni, die auf die Bälle eindrosch, als gäbe es kein Morgen. Der Einschlag auf ca. 5m im gegnerischen Feld glich dabei fast schon einem Überschallknall. Und weil sich danach keine der Vogelstänglerinnen mehr lumpen lassen wollte, endete dieses Spektakel mit einem für diesen Tag sehr deutlichen 25:13.

Es blieb also der Tiebreak, um zumindest noch den angestrebten Sieg zu erreichen, wenn schon eine volle Punktausbeute nicht mehr möglich war. Ein wenig mehr Ausgeglichenheit auf dem Spielfeld war nun wieder angesagt, da auch die KIT Mädels unbedingt ihren ersten Sieg in der Saison erringen wollten. Am Ende setze sich jedoch die größere Geschlossenheit der SSVlerrinnen durch und ein 15:11 konnte auf der Anzeigetafel ins Siegerfoto gehalten werden.

Trotz einer gewissen Enttäuschung über den Verlauf und die Art und Weise des Spiels in der ersten Hälfte der Partie, überwog am Ende dann doch die Freude einerseits darüber, dass Sieg sowie 2 Punkte eingefahren werden konnten, aber mindestens genauso darüber, dass das Team Charakter gezeigt hatte und eine verkorkste Partie, in der wirklich nahezu nichts ohne Kampf und Einsatz funktionierte, noch drehen konnte.

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