U15 holt Platz 5 bei Deutscher Meisterschaft

Die U15 des SSV Vogelstang ist mit einem sensationellen fünften Platz von der Deutschen Meisterschaft im Beach-Volleyball in der Altersklasse U15 zurückgekehrt. Das Team aus Aluna, Hannah, Liv, Lotta, Sofia und Svenja schaffte damit im Starterfeld der 18 besten Beachteams Deutschlands die absolute Sensation und gleichzeitig die beste Platzierung eines SSV-Teams bei einer Deutschen Meisterschaft überhaupt.

Dabei stand das Turnier zunächst unter keinem guten Vorzeichen, weil Stammkraft Julia keine Woche vor dem Turnier gesundheitsbedingt ihre Teilnahme absagen musste und die Chancen auf einen „großen Wurf“ damit geschmälert schienen. Die Erwartungen waren entsprechend herabgesetzt, wenngleich man bei so einem Wettbewerb und in Zeiten wie diesen kaum vorhersehen kann, wo man sich selbst einordnet. Der Gewinn der Meisterschaft in Nordbaden gab dafür kaum Indizien, würden doch die Gegner auf nationaler Ebene ein anderes Kaliber sein.

Davon konnte sich das Team schon am Abend des Anreisetags ein erstes Bild machen, als es zum Abschlusstraining zum ersten Mal auf die Dachauer Beach-Anlage inmitten eines tollen Sportgeländes ging. Andere Teams waren dort bereits am Trainieren, sodass man einen Eindruck gewinnen konnte, was dort zu sehen sein würde. Das sah schon alles sehr gut aus und vor allem die SpielerInnengrößen waren zum Teil beachtlich. Das Wetter blieb immerhin bis zum Ende der SSV-Trainingseinheit gegen 20 Uhr trocken. Ungefähr zeitgleich wurde auch der Spielplan veröffentlicht: Gegner des SSV in der Vorrunde war der Niedersächsische Vertreter SV Raspo Lathen sowie die Mannschaft vom Ausrichter ASV Dachau – sicher keine leichten Aufgaben.

SSV – Raspo Lathen

Tag 1 des Turniers begann für die Mannheimerinnen also gegen Lathen. Für Lotta und Sofia war es durch den kurzfristigen Ausfall von Julia ihr überhaupt erstes Spiel als 2er-Team – kein Wunder, dass es nicht so recht passen wollte. Die Gegner spielten dazu von Anfang an druckvoll, sodass der Satz schnell verloren war (11:21). In Satz 2 dominierten dann Aluna und Hannah ab der Satzmitte und schafften den Ausgleich (21:18). Beim Entscheidungssatz im 4-gegen-4 war dann zu spüren, dass die Mädchen diese Spielform schon länger nicht mehr gespielt hatten. Es war kein schlechtes Spiel, und der Spielstand war bis zum Ende knapp, aber es reichte auch nicht zum Sieg (22:25). Die erste Niederlage war eingefahren – kein Auftakt nach Maß.

SSV – ASV Dachau

Dass auch das Dachauer Team keine leichte Aufgabe sein würde, das konnte der SSV beim Zuschauen der Partie Lathen gegen Dachau schon sehen. Trotzdem: die Aufgabe schien machbar. Lotta und Sofia zogen ganz offensichtlich die richtigen Lehren aus ihrer Auftaktniederlage: das Spiel harmonierte viel besser und auch die Abstimmung zwischen den beiden Mädchen war nun besser. Prompt stellten sich die Punkte und das, obwohl Dachau teilweise frenetisch von ihren zahlreichen Fans angefeuert wurden. Lotta/Sofia ließen sich jedoch nicht von ihrem Weg abbringen und holten den ersten Punkt für den SSV (21:15). Und auch Aluna/Hannah zeigten sich unbeeindruckt und gewann ihren Satz ebenfalls (21:15). Dass in der Aufstellung Lotta, Aluna, Liv und Svenja dann auch noch das 4-gegen-4 erfolgreich abgeschlossen werden konnte (25:22), machte den 3:0-Erfolg perfekt.

SSV – TGM Mainz Gonsenheim

Als Gruppenzweiter sah der Spielplan nun vor, dass man gegen einen anderen Gruppendritten eine letzte Chance bekam, noch ins obere Klassement einzugreifen. Für den SSV hieß dies ein spätes drittes Spiel, dieses Mal gegen TGM Mainz Gonsenheim. Lotta/Sofia erwischten einen schlechten Start und ließen sich von den fast fehlerfrei agierenden Mainzerinnen arg in die Enge treiben. Zwischenzeitlich lagen sie schon 6:14 zurück, ehe sie zum eigenen Spiel zurückfanden und buchstäblich in letzter Sekunde mit 26:24 den Satz holten. Eine Bank abermals Aluna/Hannah, die in ihrem Match klar dominierten und glatt mit 21:13 gewannen. Das abschließende 4-gegen-4 verlor der SSV zwar, aber am 2:1-Gesamtsieg war nicht mehr zu rütteln.

Mit dem letzten Sieg des Tages blieb das Team nicht nur im Rennen, sondern hatte sich damit schon eine Platzierung unter den Top 12 gesichert. Und gleich am nächsten Tag sollte es gegen RPB Berlin, die ihre Vorrundengruppe als Sieger beendet hatten, um die Frage gehen, ob die Reise fürs SSV-Team noch weiter nach oben geht.

SSV – RBP Berlin

Zu früher Morgenstunde und bei bedecktem Himmel ging es also gegen den Hauptstadt-Club, die in ihrer Vorrunde Friedrichshafen und Freiburg 2 hinter sich gelassen hatten. Lotta/Sofia wollten es offenbar spannend machen. Nach einem 14:19-Rückstand starteten sie ihre Aufholjagd, wehrten beim Stand von 19:20 einen Satzball ab, ehe sie ihrerseits ihren ersten Satzball zum 22:20 verwandelten. Mit einem Satzgewinn im Rücken spielten auch Aluna/Hannah selbstbewusst auf. Am Anfang noch verhalten steigerten sie sich und gewannen auch in der Höhe verdient 21:10. Und auch im abschließenden 4-gegen-4 behielt der SSV gegen den Hauptstadtclub die Oberhand. Die Sensation war damit schon perfekt – der Einzug um die Spiele um die Plätze 1 bis 6 war erreicht!

Dort würde die Luft erwartungsgemäß eng werden. Die Gegner war niemand weniger als der Bayrische Meister vom TSV Eiselfing und den Sächsischen Meister von den Leipziger L.E. Volleys.

SSV – L.E. Volleys

Eigentlich hatte das SSV-Team bereits alle Erwartungen übererfüllt und konnte nichts mehr verlieren. Das änderte nichts daran, dass mit einem Mal viel Nervosität am Start war. Mit einem Sieg könnte man gar im Halbfinale stehen! Als Knackpunkt zeigte sich gleich das erste Spiel von Lotta/Sofia. Rein vom Beachvolleyballerischen konnten sie mit den Gegnern mehr als mithalten, zeigten immer wieder tolle Spielzüge. Doch die Nerven schienen es beiden SSV-Akteurinnen schwer zu machen, zu einem konstanten Spiel zu finden. Auch dieser Satz ging in die Verlängerung und obwohl der SSV gefühlt das bessere Team war, stand am Ende ein 21:23. Und ausgerechnet den bis dahin unbezwungenen Aluna/Hannah wollte in ihrem 2-gegen-2 auch nichts so recht klappen. Die Last schien zu groß und die Niederlage nicht abzuwenden (13:21). Im 4-gegen-4 zeigte der SSV nochmal alles, vergab allerdings auch da einen Satzball und musste sich mit 24:26 geschlagen geben. Da war wirklich mehr drin gewesen!

SSV – TSV Eiselfing

Das konnte man leider im letzten Spiel dieser Zwischenrunde nicht sagen. Gegen Eiselfing war die Luft von Anfang an zu dünn. Beide bayrischen 2er-Teams spielten enorm clever und druckvoll, technisch stark und immer unter voller Kontrolle und ließen den beiden SSV-Teams keine Chance, zum eigenen Spiel zu finden. Trotzdem hielten sowohl Lotta/Sofia als auch Aluna/Hannah gut mit, mussten aber jeweils mit 15:21 ihre Sätze abgeben. Auch das 4-gegen-4 war dann eine klare Angelegenheit für Eiselfing.

So blieb am Ende „nur“ noch das Spiel um Platz 5 – aber war heißt hier „nur“? Mit ihrem Abschneiden bis dahin hatten die Mädchen schon alle Erwartungen bei weitem übertroffen.

Spiel um Platz 5: SSV – SV Raspo Lathen

Im Spiel um Platz 5 schloss sich auch turniermäßig ein Kreis: denn wie schon zur Turnierbeginn ging es gegen den niedersächsischen Vertreter von Raspo Lathen, die sich im Turnierverlauf immer weiter gesteigert hatten und als klarer Favorit ins Rennen gingen. Tag 3 war also der Finaltag. Er begann wieder recht früh, war der SSV doch schon um 9 Uhr als Schiedsgericht eingeteilt. Nach einer weiteren Pause ging es dann zur Vorbereitung für dieses letzte Spiel. Eines war klar: man wollte die Lathener mächtig ins Schwitzen bringen und allen noch einmal beweisen, dass der SSV zu Recht in der Spitzengruppe angekommen ist.

Während vor allem Lotta/Sofia am ersten Tag noch mit ihrer Selbstfindung zu kämpfen hatten, schlug nun ihre große Stunde. Die Gegner hatten sich darauf ganz offensichtlich nicht eingestellt, denn das SSV-Team zeigte – rechtzeitig zum „Finale“ – ihre absolute Top-Leistung. Druckvoll im Angriff, stabil in der Annahme und kaum zu bezwingen in der Abwehr – die Zutaten klingen oft so einfach. Es war eine kleine Sternstunde für den SSV, hieß es doch nach dem 21:13-Sieg 1:0 für den SSV. Umso heftiger erwischte es das zweite 2er-Team des SSV, die mit 8:21 das Nachsehen hatten. Wie schon am ersten Tag musste also das 4-gegen-4 die Entscheidung bringen. Lathen wähnte sich auch hier als Favorit, hatte aber die Rechnung ohne die Kämpferinnen vom SSV gemacht. Es war schlichtweg unfassbar, welchen Kampf die SSV-Mädchen da hinlegten und Punkt um Punkt machten. Zum Ende dann ein Schreckmoment, als Lotta aufgrund einer Verletzung unter Tränen ausgewechselt werden musste. Also schlug die Zeit für die körperlich Kleinste im Team – Liv. Schon an der Seitenlinie unter maximalem nervlichen Stress fügte sie sich hervorragend in die Mannschaft ein und verhalf so dem SSV zu einem viel umjubelten 25:18. Damit stand fest: Platz 5 für dieses tolle SSV-Team bei der deutschen Meisterschaft in Dachau.

Die Krönung nach dem Finale

Zeit zum Zuschauen bei den Finalspielen blieb leider nicht. So konnte man das phantastische Endspiel von TuSa Düsseldorf gegen VT Hamburg nicht bewundern, das mit einem glatten Sieg für Düsseldorf endete. Was folgte war noch die Krönung dieses unvergesslichen Turniers – die feierliche Siegerehrung aller 36 Teams, 18 Mädchen und 18 Jungs mit Abspielen der Nationalhymne. Sicher spielte die für alle Mannschaften, aber mit einem Platz 5 in der Tasche und der Gewissheit, sogar nur knapp am Halbfinale vorbeigeschrammt zu sein, machte die Hymne doch nochmal etwas mehr Eindruck.

Fast vier Tage lagen dann hinter dem SSV-Team. Aus sechs Spielerinnen, die in drei verschiedenen Mannschaften beim SSV trainieren und nur für die U15 zusammengezogen wurden, war eine Einheit geworden. Alle sechs Spielerinnen – und das schließt ganz besonders auch Svenja und Liv mit ein, die erst 2 Tage vor Abfahrt von ihrer Nachnominierung erfahren hatten – dürfen sich als wichtiger Teil dieses Erfolges ansehen. Viele Rädchen müssen zusammenpassen, damit so etwas möglich ist. Und sicher gehört da auch eine Spur Glück dazu. Aber der SSV hatte in diesen fast vier Tagen alles dazu beigetragen, sich dieses Glück auch zu verdienen. Natürlich schweißt Erfolg zusammen, aber die Zeit mit dieser Mannschaft war auch abseits der Volleyball-Felder ein großes und tolles Erlebnis. Dazu gehört auch das Team hinter dem Team, wo sich Nadine und Amelie klaglos um all das kümmerten, das für die Mannschaft zu erledigen war.

Und zuletzt sei auch das gesagt: Dachau 2021 war trotz Corona auch und gerade von den Rahmenbedingungen her perfekt. Der ASV Dachau als Ausrichter machte das Beste aus den Hygiene-Anforderungen der örtlichen Behörden und verstand es mit viel Professionalität, dieser Meisterschaft einen mehr als würdigen Rahmen zu geben. Wir würden in jedem Fall gerne nochmal wiederkommen!



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