U14 holt Vizemeisterschaft

Trotz widrigster Umstände gelang der U14 am alles entscheidenden letzten Spieltag die schon fast nicht mehr für möglich gehaltene Steigerung und sicherte sich somit die nordbadische Vizemeisterschaft. Doch der Reihe nach…

Die Reihe der kleinen und größeren Hiobsbotschaften schien in der Woche vor dem Turnier kein Ende zu nehmen. Die Krankheitswelle raffte die Mannschaft eine nach der anderen dahin, dazu kam noch ein Skilandheim – es würde dünn werden. Als dann noch im Abschlusstraining Stammspielerin Lotta umknickte und das Training nicht mehr fortsetzen konnte, dachten alle nur noch an Schadensbegrenzung.

Über die chaotischen Rahmenbedingungen des gesamten Tags wird an anderer Stelle eingegangen. Jedenfalls waren die Vorzeichen für das Abschlussturnier alles andere als optimal. Dabei versprach der Spieltag aufgrund der Situation in der Rangliste jede Menge Spannung für den SSV. Im Kampf um den nordbadischen Meistertitel konnte man zwar nicht mehr eingreifen – vier Siege in vier Turnieren standen hier für das starke Team des TV Brötzingen zu Buche. Aber im Kampf um Platz 2 war der SSV punktgleich mit dem Lieblingsrivalen vom TV Bretten. Wer heute die Nase im Abschlussklassement vorn haben würde, hätte damit auch das Rennen um die Vizemeisterschaft für sich entschieden.

Doch bevor es zum großen Showdown kam, musste in der Vorrunde die zweite Mannschaft des TV Bretten bezwungen werden. Der SSV kam allerdings nur sehr langsam in Fahrt. Viele Ungenauigkeiten und zahlreiche Aufschlagfehler ließen schon befürchten, dass es auch heute nicht mit dem großen Wurf klappen würde. So gewann man das Spiel zwar, aber es war eine eher zähe Angelegenheit gegen ein kampfstarkes junges Team aus Bretten.

Zum Nachdenken blieb jedoch wenig Zeit, denn der Spielplan hatte direkt im Anschluss das „kleine Finale“ gegen Bretten 1 im Programm. Beiden Teams konnte man schon beim Einspielen die Anspannung ansehen – alle waren sich der Bedeutung bewusst. Dem SSV gelang ein wahrer Bilderbuchstart. Gegen die beste Angreiferin Brettens stand der SSV-Block gleich zweimal wie eine Wand – das hinterließ Spuren. Die Aktionen des SSV wurden sicherer und druckvoller, während bei Bretten immer häufiger auf den Angriff verzichtet und ein Sicherheitsball gewählt wurde. Wäre da nicht immer wieder einfache, vermeidbare Fehler beim SSV gewesen, hätten sich die SSV-Mädchen sicher absetzen können. So blieb es bis zuletzt eine knappe Angelegenheit. 25:22 hieß es am Ende von Durchgang 1 für den SSV. Jetzt wollte man auch den 2. Satz für sich entscheiden. Der Satzgewinn gab zusätzliche Sicherheit. Gerade in den Angriffsaktionen war der Druck des SSV nun häufig so groß, dass man das Spiel beherrschte. Bretten stemmte sich weiter gegen die drohende Niederlage, aber der SSV ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen: 25:21 klang am Ende knapper, als es der Spielverlauf hergab. Das war in diesem Moment allerdings völlig egal. Nicht nur hatte man in diesem Moment die schmerzliche Niederlage vom letzten Spieltag wett gemacht – durch den Sieg war man endgültig an Bretten in der Rangliste vorbeigezogen. Die Vizemeisterschaft war damit unter Dach und Fach.

Doch das Feiern musste noch warten. Als Gruppensieger stand das abschließende Turnierfinale gegen den haushohen Favoriten vom TV Brötzingen an – eine fast schon eigenartige Situation, verbindet die beiden Vereine doch eine tiefe gegenseitige Freundschaft, die sogar so weit ging, dass die Brötzinger Mädchen im vorherigen Spiel des SSV gegen Bretten das SSV-Team lautstark mit anfeuerten! Nun musste man gegeneinander spielen. Was die beiden Teams in den nächsten Minuten da auf das Spielfeld zauberten, das war schon U14-Volleyball vom Feinsten. Brötzingen mit vier fast gleichwertigen Spielerinnen machte von Anfang an Druck, aber auch der SSV steigerte sich noch einmal und zeigte das vermutlich beste Spiel der Saison. Da war phasenweise alles zu sehen, was man sich nur wünschen kann: mächtige Aufschläge, harte Angriffe, aber auch sehenswerte Block- und Abwehraktionen. Aber so sehr sich der SSV auch bemühte, hatte Brötzingen doch immer noch eine Schippe mehr draufzulegen. Ganz langsam setzten sie sich Punkt für Punkt ab, ohne dass die Partie jedoch spielerisch einseitig wurde. Das änderte sich erst ein wenig mit dem Verlust des ersten Satzes. Die letzte Zuversicht war beim SSV da nicht mehr zu spüren. Zwar waren immer wieder gute Aktionen zu sehen, aber Brötzingen war in diesem 2. Satz klar das bessere Team.

Die Finalniederlage schmerzte trotzdem nicht lange. Zu groß war die Freude über das heute Erreichte. Der nicht mehr für möglich gehaltene Sieg gegen Bretten, der zweite Platz im Abschlussklassement in Nordbaden und vor allem die absolut tolle Leistung, die der SSV über weite Phasen gegen Bretten und Brötzingen gezeigt hatte – das alles überwog nun. Mit einer verdienten Silbermedaille um den Hals und einem breiten Grinsen im Gesicht verließen Aluna, Amelie, Lotta, Sofia und Tessi die Halle dann über 8 1/2 Stunden nach der frühen Abfahrt auf der Vogelstang. Auch unsere Daheimgebliebenen Hannah, Julia und Sarah bekommen natürlich ihre Silbermedaille mitgebracht!

Das große Finale steht dem SSV damit noch bevor: am 7. April vertritt man – zusammen mit Brötzingen und Bretten – die nordbadischen Farben bei der süddeutschen Meisterschaft gegen die jeweils drei besten Mannschaften aus Südbaden und Württemberg. Ein Ort für dieses Turnier steht noch nicht fest, der Ausrichter wird aber turnusgemäß aus dem Südbadischen Volleyball-Verband kommen.

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