Deutsche U16 Beach-Elite an der Dreisam

Eines des Saison-Highlights des SSV Beach-Duos Flüchter/Jakobs stand an. Der südbadische Aurichter FT 1844 Freiburg hatte gerufen und die besten 32 Mädchen- und Jungen-Teams der gesamten Republik kamen zur Deutschen U16 Beach-Meisterschaft in den Schwarzwald.

Akkreditierung

Die Anreise erfolgte schon frühzeitig, so dass im Vorfeld noch im Training eine Gewöhnung an Anlage und Sand erfolgen konnte, bevor am Donnerstagabend mit dem Technical Meeting das erste offizielle Treffen der Trainer und Betreuer stattfand. Für die Spielerinnen hieß es dann, freitags pünktlich um 9:00 Uhr zur Begrüßung durch Vertreter des Vereins und der Deutschen Volleyball Jugend anwesend zu sein. Es war ein buntes und schönes Bild, das die 64 SpielerInnen nebst Coaches und Zuschauern boten und so dem Ereignis einen würdigen Rahmen gaben.

Begrüßung

Der Spielplan wies die ersten Begegnungen um 10:00 Uhr aus und auch die jungen Damen aus Mannheim mussten nicht lange auf ihren ersten Einsatz warten. Auf dem Gelände des benachbarten Jahn PTSV Freiburg war zunächst das Schiedsgericht zu stellen, bevor es um 11:30 Uhr ernst wurde. Der Gegner: das Team Dill/Zornow aus Brandenburg. Schon das Scouting im Vorfeld hatte gezeigt, dass man es hier mit einem sehr kontrollierten und spielstarken Duo zu tun bekommen würde und dies bestätigte sich auch in der Partie. Immer wieder wurden die eigenen guten Aktionen von den Gegnern erlaufen und im Gegenzug gewaltig Druck über platzierte Angriffe und schwierige Shots erzeugt. Dazu kamen sichere und gut gespielte Aufschläge, so dass, trotz durchaus sehenswerter eigener Aktionen, der erste Satz mit 10:15 abgegeben werden musste. Der Plan für Satz Nummer 2 sah vor, mit lang gespielten Bällen in Ecken und Schnittstellen die Gegner möglichst vom Netz fernzuhalten, um bei Gelegenheit mit harten Angriffen zu finishen. Dies gelang leider zu selten und so geriet man immer mehr in Defensive, was dem selbstbewussten Platzieren der Bälle, das notwendig gewesen wäre, nicht wirklich zuträglich war. So konnten die eigenen Stärken zu selten zum Einsatz gebracht werden, was zu einem doch etwas zu deutlichen 8:15 in Satz 2 führte. Die Enttäuschung war spürbar nach diesem ersten Spiel, hatte man sich doch so viel vorgenommen.

Zum Glück blieb etwas Zeit, um den Fokus wieder auf die positiven Aspekte zu legen und man war festen Willens, dies in der zweiten Begegnung des Tages gewinnbringend umzusetzen. Stattfinden sollte dies um 14:30 Uhr auf dem Centercourt und deswegen auch im Livestream der großen, weiten Welt der Community und Fans zugänglich sein.

Einschlagen

Vielleicht war auch dies ein kleiner Baustein dafür, dass die SSV-Mädels furios ins Match gegen das Duo Detzel/Schweitzer aus NRW starteten. Druckvolle Aufschläge, kontrollierte Annahme und Zuspiel, sowie platzierte Angriffsaktionen führten dazu, dass das gegnerische Team quasi überrollt wurden und der erste Satz mit einem eindrucksvollen 15:5 nach Mannheim ging. Unter Umständen ein wenig zu deutlich, denn natürlich wussten auch die Gegner, wie man mit einem Ball umgeht. Und so entwickelte sich ein ausgeglichener zweiter Satz, in dem die jungen Damen aus Lohne und Emlichheim immer ein bis zwei Punkte führten und diesen kleinen Vorteil auch ins Ziel retten konnten – 12:15 aus Sicht des SSV. Der Wille von Lotta und Julia waren jedoch ungebrochen und das Besinnen auf die Stärken aus Satz Nummer 1, sowie ein paar taktische kleine Anpassungen sollten das Pendel wieder in die richtige Richtung ausschlagen lassen. Soweit die Theorie, die Praxis zeigte jedoch ein 5:9 Zwischenstand auf der Anzeigetafel. Ein erneutes Schärfen der Konzentration und die Umstellung der Annahme führte zum Glück zu direkter Besserung. Und so konnte über ein 10:10 schließlich der Satz unter großem Jubel mit 15:12 gewonnen werden. Nun war man wieder im Rennen!

Zeit auch, um einen Eindruck von der Konkurrenz und auch „den Jungs“ zu bekommen. Und in der Tat fielen in beiden Wettbewerben einige Teams mit wirklich tollem Beachvolleyball auf. Harte Schläge und beeindruckende Blocks waren dabei keine Seltenheit und auch spektakuläre Abwehraktion konnten begeistern. Doch natürlich ging auch der eigene Wettbewerb weiter. Gegen 17:30 Uhr war das letzte Gruppenspiel gegen das bayrische Duett Auer/Kleim aus Lengries angesetzt. Man fand auf dem Spielfeld ein Team vor, welches schon in der Warmmachphase andeutete, dass hier sehr viel Aufschlagdruck und Variabilität auf dem Court stand. Und dies zeigte sich auch in der Partie. Von Anfang an musste darum gekämpft werden, die Bälle so an Netz zu bekommen, dass die Gegner vor Herausforderungen gestellt werden konnten. Das gelang mal besser mal schlechter. Insbesondere in den Endphasen der Sätze schlichen sich jedoch Unkonzentriertheiten und ein etwas zu vorsichtiges Spiel bei den SSVlerinnen ein, so dass das Spiel mit 10:15 und 11:15 nach Bayern ging. Riesige Enttäuschung, da zu befürchten stand, dass die erzielten Ergebnisse eventuell nur für einen letzten Gruppenplatz reichen könnten. Und es wurde tatsächlich äußerst eng und man musste die letzten Ballwechsel des parallel stattfindenden Gruppenspiels abwarten, bis endlich feststand, dass es zu einem 3. Platz gereicht hatte und somit die Zwischenrunde gegen den Zweiten einer anderen Gruppe erreicht war. Puh, was ein Zittern und welch Erleichterung. Doch konnte die eher schlechte Stimmung ins Positive gedreht werden?

Die Antwort darauf ließ jedenfalls auf sich warten. Erst gegen 20:20 Uhr fand schließlich die äußerst wichtige Partie gegen das Team Felber/Schaarschmidt vom Dresdner SC statt. Eine großgewachsene Blockspielerin, sowie ihre Partnerin die beim Einschlagen ebenfalls die Bälle zu oft im Sand versenkte, verhießen eine spannende Partie. Beim Scouting fiel jedoch auf, dass die technische Stabilität einer der beiden Gegnerinnen (hoffentlich) doch ein wenig eingeschränkter war und somit war die Marschrichtung für die Partie zunächst einmal klar.

Immer, wenn es gelang diesem Matchplan zu folgen, bestand auch die Möglichkeit zu eigenen Punkten zu kommen. Jedoch gelang es der gegnerischen Führungsspielerin noch zu oft, die entscheidenden Aktionen zu vollenden. Das Resultat war ein knappes und umkämpftes 15:17 in Durchgang Nummer 1. Jetzt gab es nur noch eine Option – es musste ein Sieg her und die Vorgabe war, noch konsequenter die Lösung über die etwas schwächere Spielerin zu suchen (und natürlich auch zu finden). Mit endlich einmal einem befreiten Spiel wurden die Aktionen der Vogelstang-Mädels besser und besser. Es gelangen jetzt, tolle und harte Angriffe, platzierte Shots an die Linien und sogar ein „Monster-Block“ gegen die große Angreiferin begeisterte die Zuschauer. Folge: ein deutliches 15:10 in Satz 2. Showdown also – im 3. Satz musste entschieden werden, ob es in der oberen oder unteren Tabellenhälfte weitergeht. Aber auch hier konnte die notwendige Lockerheit, gepaart mit der strikten Befolgung der Strategie beibehalten werden und letztlich nach einer Stunde Spielzeit ein 2:1 Satzgewinn bejubelt werden. Was für ein Stimmungsunterschied zum Tiefpunkt des vorherigen Matches.

Den Schlusspunkt des Tages setzte dann die ermittelte Paarung im Gewinnerpool für den nächsten Tag: Es sollte zum Vergleich mit einem der beiden Topteams des Turniers kommen, die schon am ersten Tag für staunende Gesichter gesorgt hatten. Welch schwere, aber auch attraktive Herausforderung.

Nachdem der Tag „beim Italiener“ ausgeklungen war, war Zeit für eine erholsame Nachtruhe, um für die Anstrengungen des nächsten Tages gerüstet zu sein.

So ging es dann am Samstag um 11:15 Uhr in die Vollen. Nach gutem Warmmachen und Einspielen stand mit dem Team Ligacheva/Reformat aus Berlin-Marzahn einer der ganz heißen Favoriten auf den Titel gegenüber. Die Qualitäten der Gegner waren bekannt und so gab es eigentlich als Vorgabe nur: „Spaß haben und mit hohem Selbstvertrauen und Risiko die eigenen Aktionen ausspielen“. Und was ein erster Satz! Julia und Lotta spielten ein tolles Spiel. Viele Zuschauer blieben stehen und waren ob des engen Satzverlaufes erstaunt und begeistert. Und als schließlich sogar ein Satzball für die SSV-Mädels anstand, war das ein oder andere ungläubige Gesicht zu sehen. Natürlich spielte man nicht gegen „irgendjemand“, und so konnten die Favoritinnen den Satz leider doch noch drehen. Dass man so nah dran war, war vielleicht auch der Grund, warum es in Satz 2 nicht mehr so rund lief. Man wollte alles noch ein wenig besser machen, jedoch gelang das nicht wirklich. Und so, wie die Aktionen auf Mannheimer Seite unkonstanter wurden, wurde das Selbstvertrauen beim Gegner größer. Und dies ist bei einer so spiel- und abschlussstarken Mannschaft tödlich. So endete das Spiel mit einem 5:15 für das Team aus der Hauptstadt. Trotzdem eine wirklich klasse Vorstellung von den Mädels, auf die man auch noch mehrmals an diesem Tag angesprochen wurde.

Schiripause

Es galt nun, sich nach einem solchen Match wieder zu sammeln und auf den nächsten Gegner vorzubereiten. 14:15 Uhr, und es war heiß geworden. Auf der anderen Netzseite wartete ein eher kleingewachsenes Team, das aber schon während des Einspielens eine enorme Ballkontrolle zeigte. Insofern wollte man dies durch gezielte Aufschläge und Angriffe in die Ecken erschweren, um dann selbst zum Abschluss zu kommen. Leichter gesagt als getan. Egal was die beiden nordbadischen Damen versuchten, es schien, als ob Wurring/Youla ein Magnet an der optimalen Zuspielstelle hätten. Ein ums andere Mal konnten sie so die Bälle optimal im Feld des SSV unterbringen. Es war zum Verzweifeln. Und so gingen auch langsam die Köpfe der Mannheimerinnen nach unten. Und auch wenn noch einmal alles versucht wurde, am Ende stand ein etwas enttäuschendes 8:15/7:15 und somit eine blöde Niederlage, war es damit nämlich auch das letzte Spiel des im sogenannten Double-Out Verfahrens gespielten Gewinnerpools und damit auch des Turniers.

Zum Abschluss des Tages, nachdem noch einige befreundete Teams angefeuert worden waren, ging es erneut zu „unserem“ Italiener, bei dem uns nach dem Essen Pino, ein „Freund des Hauses“ mit spendierten Leckereien und zahlreichen Anekdoten aus seinem abwechslungsreichen Leben bestens unterhielt und für einen schönen Ausklang sorgte.

Der letzte Tag stand im Zeichen der Halb- und Finalspiele und bot nochmals tollen Sport. Im Damenfinale setze sich das 13- bzw. 14-jährige Duo aus Berlin, dem Julia und Lotta tags zuvor zumindest in einem Satz so toll Paroli geboten hatten, gegen ein Team aus Düsseldorf bzw. Münster durch – das war schon richtig gutes Beachvolleyball, mit allem, was diesen Sport so faszinierend macht, was hier von den Mädels gezeigt wurde!

Zurückblickend auf diese Tage bleibt, dass sich unsere Mädels insgesamt prima verkauft haben. Sicher hätte es an der ein oder anderen Stelle ein klein wenig besser laufen können, aber man sollte auch nicht vergessen, dass man nicht jeden Tag bei einer Deutschen Meisterschaft spielt und all die Erfahrungen, die dabei zum Erbringen seiner besten Leistung notwendig sind, auch erst einmal gemacht werden müssen. Und mit der Platzierung als 13.-bestes Team in Deutschland in dieser Alterklasse kann der SSV, sowie alle Sympathisanten definitiv sehr stolz auf diese jungen Damen sein!

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