22 Stunden – 13 Sätze …

…dies war das Pensum, welches es für die D1 am vergangenen Wochenende zu vollbringen galt. Und es war ein Setup, das die Topmannschaften der Verbandsliga 1 nach Vogelstang führte. Samstags Tabellenplatz 4 und 1 und sonntags dann den punktgleichen Tabellenzweiten – so sieht wohl ein Spitzenspieltag aus.

Zum ersten Mal in dieser Saison war die Gymnasiumhalle Austragungsort, in der zeitgleich auch die D2 um Punkte in der Landesliga kämpfte. Und nach zweifachem Aufbau der Netzanlage (leider ließen sich die Trennvorhänge nicht zum Herniedergleiten bewegen und so wurde ein wenig mehr Freiraum zwischen den Feldern geschaffen), konnte letztlich doch noch Erwärmung und Einspielen beginnen.

Hohensachsen war in Vollbesetzung erschienen und ließen von Anfang an keinen Zweifel daran, dass sie nicht eine dritte Niederlage gegen die SSV Mädels hinzunehmen gedachten. Insbesondere im Bereich Block war hier eine deutliche Verbesserung zu sehen. Leider stand dem auf Vogelstängler Seite eine mehr als schlechte Aufschlagquote gegenüber, genau dem Element, welches die Bergsträßerinnen in den vorangegangenen Partien unter Druck setzen konnte. Dennoch konnten die Nordmannheimerinnen dies mit kämpferischem Engagement und variablen Aktionen noch einigermaßen ausgleichen, so dass das Ganze in den Sätzen 1-3 durchweg eine enge Angelegenheit war, leider zwei Mal mit besserem Ausgang für Hohensachsen. Gelang es in der jüngeren Vergangenheit eigentlich immer, den Hebel noch umzulegen, so war an diesem Tag der Wurm drin. Musste man in den ersten Durchgängen schon gefühlt jede eigene Handlung hart erarbeiten, so wurde es in Satz Nummer 4 wirklich zäh. Es lief einfach nichts zusammen. Zu wenige Aktionen, aus denen sich Selbstvertrauen ziehen ließ, führten folgerichtig zu einem aus SSV Sicht unschönen 15:25 Satz- und damit auch Spielverlust.

Wie würde sich diese Niederlage im zweiten Spiel gegen den Tabellenführer aus Rohrbach auswirken? Hoffnung bot dabei die Aussage des Rohrbacher Trainers: „Ihr hattet wohl euren Fokus schon auf dem Spiel gegen uns!?“ Zur Ablenkung ging es aber erst einmal ins andere Hallendrittel, um die D2 bei ihrem heroischen Kampf im Tiebreak ihres Spieles anzufeuern.

Der Einstieg ins zweite Spiel war jedoch ein ungefähres Abbild des vorigen Spiel-Endes. Ungewohnt viele Eigenfehler und zögerliche Aktionen, gepaart mit guten Angriffen der Südheidelbergerinnen bedeuteten abermals ein nicht besonders erbauliches 15:25 gegen den SSV. Vielleich führte dies dazu, dass die Rohrbacher Damen das Ganze etwas zu sehr auf die leichte Schulter nahmen. Sehr ausgeglichen Durchgang Nummer 2 mit Licht und Schatten auf beiden Seiten, aber dem besseren Ende für die Heimmannschaft. 25:23 sollte doch für ein wenig mehr Zutrauen in das eigene Spiel sorgen. Jedoch…leider nicht. Irgendwie wollte sich beginnend bei den Aufschlägen keine Sicherheit einstellen. Eine erneutes 15:25 (schien leider zum Standardergebnis des Mittags zu werden) ließ kein gutes Ende dieses Tages erwarten und auch der Fankurve war es nicht zu verdenken, dass ein beherztes Anfeuern zunehmend schwerer fiel. Doch wie so oft…Totgeglaubte leben länger und so ging aus irgendwelchen mystischen (oder doch der (Eigen-)Motivationsfähigkeit geschuldeten) Gründen noch einmal ein Ruck durch das Team. Plötzlich war wieder mehr Kontrolle in den Aktionen und die Resultate zeigten sich folgerichtig direkt: ein Zuspiel war wieder über alle Positionen möglich, Angriffe fanden den Boden und nicht des Gegners Arme und das Selbstvertrauen auf der Gegenseite schwand. Alles Zutaten, die einen Satz schließlich in einem 25:21 münden lässt und zu einem Tiebreak führen. Und auch in diesem ließen sich die SSV Mädels die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Ein 15:11 unter dem lautstarken Jubel von Mannschaft und Fans bedeutete das versöhnliche Ende eines trotzdem nicht ganz zufriedenstellenden Tages.

Die Uhr zeigt bereit 20:30, als man die Halle verlies, somit blieben geschmeidige 13 Stunden, bis man sich zur Erledigung eines Nachholspieltage wieder in der Halle sehen sollte.

Kurzer Dreh an der Uhr, aus Nacht wurde sonniger Morgen und der Ablauf, dieses Mal in der Bertha Hirsch Halle, begann von neuem. Es galt, die Anstrengungen des Vortages aus den Gliedern zu laufen und zu dehnen, während die letzten Nässespuren noch aus den frisch gewaschenen Trikots verdampften.

Der punktgleiche Konkurrent aus Karlsruhe wurde heute auf der anderen Netzseite begrüßt und es war ein enges Match zu erwarten, ging doch schon die erste Partie dieser Mannschaften über den Tiebreak. Man wollte an die Leistung der letzten beiden Sätze des Vorabends anschließen und bis auf kleinere Wackler gelang dies auch einigermaßen zufriedenstellen. Der Einsatz war da, die Angriffe liefen gut, jedoch stand auch auf der anderen Seite ein Team, das mit einer Spielerin mehr auf dem Feld zu stehen schien. Irgendwie war immer noch ein Arm am, eine Hand unter dem Ball. Es wurde mal wieder eng und der SSC hatte mit 26:24 das bessere Ende für sich. Gleiche Qualität auf der SSV Seite in Satz 2 und dieses Mal wurde die Löcher besser gefunden. Zwar war auch wieder selten der erste Angriff schon erfolgreich, jedoch zeigte das 25:19 eine verbesserte Effektivität auf. Aber wie könnte es an diesem Wochenende ohne das (un-)beliebte 15:25 gehen? Wieder einmal stand die eigene Fehlerquote in keiner Relation zu Einsatz und Ergebnis.

Es galt, die Köpfe für Satz Nummer 4 wieder nach oben zu bekommen und die gefühlte Gummiwand zu knacken. Tolle Moral, großer Kampfeswille und das Reduzieren von leichten Fehlern waren die Zutaten für einen wieder deutlich besseres Auftreten. Bis in die Schlussphase gab es umkämpfte Ballwechsel mit sehenswerten Aktionen in Abwehr und Angriff auf beiden Seiten. Und beim Spielstand von 24:23 bestand sogar die Möglichkeit, den Satz zu gewinnen. Es sollte indes nicht sein. Die letzten Punkte gingen nach Karlsruhe und mit 27:25 stand der SSV mit leeren Händen da. Schade, denn gefühlt war mehr drin, auch wenn man sagen muss, dass Karlsruhe mit Erfahrung und toller Abwehrleistung dagegengehalten hat.

2 Punkte, wenn auch immerhin gegen den Tabellenführer, muten letztlich ein wenig mager an angesichts 13 gespielter Sätze, in denen mit Ausnahme von einigen wirklich schwächeren Phasen im Spiel gegen Hohensachsen, eine weitestgehend gute Leistung mit viel Einsatz, tollen Aktionen und mannschaftlich positivem Auftreten gezeigt wurde. Aber es gilt nun, dies abzuhaken, die Pause bis zum nächsten Spiel so gut wie möglich zum Auskurieren der vielen kleineren und größeren Wehwehchen und der Aufarbeitung der ein oder anderen Baustelle im Training zu nutzen, um dann gestärkt wieder anzugreifen.

Danke an dieser Stelle den zahlreichen Zuschauern an beiden Tagen, sowie dem Schiedsgericht am Sonntag, die einige wertvolle Stunden ihres Wochenendes opferten, um uns die Durchführung des Nachholspiels zu ermöglichen!

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