U13 zeigen furiosen Abschluss
Die U13 hat beim Regionalspielfest einen sensationellen 6. Platz belegt und krönte damit eine ohnehin schon tolle Saison.

Begrüßung der Mannschaften
Es ist traditionell der Abschluss der vergangenen Spielsaison, wenn die U13 im Juni ihre inoffizielle Regionalmeisterschaft, das sogenannte Regionalspielfest, austrägt. Die 12 besten Teams im weiblichen und männlichen U13-Volleyball Baden-Württembergs trafen sich dazu an diesem Wochenende im oberschwäbischen Ochsenhausen.
Bei wem die Aufregung bis dahin noch nicht ganz oben angekommen war, der wusste spätestens beim feierlichen Einlauf der 24 Mannschaften, dass man hier bei einem ersten richtig großen Turnier dabei sein durfte.
Doch die Aufregung sollte schnell weichen, denn schon im ersten Spiel war man gegen die Mannschaft vom USC Konstanz gefordert. Die SSV-Mädchen erwischten einen wahren Blitzstart. Ausgehend von einer druckvollen Aufgabe setzte man die Gegner von der ersten Minute an unter Zugzwang. In der Abwehr – schon während der Saison ein Garant im SSV-Spiel – gaben die Mädchen zudem keinen Ball verloren und im Angriff hatte man stets die richtige Option im Kopf. Man musste sich schon die Augen reiben, als nach Ende des Satzes ein 25:11 für den SSV auf der Anzeigetafel stand. Im zweiten Satz wurde trotz teilweise deutlicher Führung gegen Ende die Aktionen etwas zögerlicher, aber im entscheidenden Moment holte man den Matchball zum 25:23 – besser konnte es nicht losgehen.

„Eiskalt!“
Dass man im Spiel 2 gegen den haushohen Turnierfavoriten vom ausrichtenden SV Ochsenhausen kaum Chancen hatte, bestätigte sich dann schnell. Trotzdem lieferten die SSV-Mädchen ein tolles Match ab und konnten zumindest phasenweise mit dem effektiven Spiel des späteren Turniersiegers mithalten. Die Niederlage war letztlich aber doch klar und verdient – doch die Leistung des SSV stimmte.
Gegen das außer Konkurrenz antretende Team BaWü zeigte die Mannschaft um Spielführerin Lenja dann ihre beste Tagesleistung. Es war ein richtig toll anzusehendes Spiel mit allem, was U13-Volleyball so ausmacht. Sowohl kämpferisch, aber auch taktisch und technisch wusste man zu überzeugen – zufriedene Gesichter, wo immer man hinschaute.
Denn mit zwei Siegen und nur einer Niederlage hatte man sich für die obere Finalrunde qualifiziert – das heißt man spielte um die Plätze 1 bis 6! Das war einer U13 des SSV bisher noch nie gelungen. Und selbst in der Runde der ganz Großen durfte man sich mit der gezeigten Leistung noch ein paar Chancen ausrechnen. Nach ganz oben – das war klar – war der Weg vermutlich doch zu weit.

Lenja
Aber vor den großen Namen Württembergs und Südbadens hieß ausgerechnet der nordbadische Meister vom TV Brötzingen der erste Gegner in der Finalrunde. Während der regulären Spielzeit war es häufig zum Aufeinandertreffen mit Brötzingen gekommen, jedoch musste man in jedem der Duelle am Ende klar konstatieren, dass man den Brötzingern deutlich unterlegen war. Heute sollte das anders aussehen, so der Plan. Der erste Turniertag neigte sich bereits dem Ende entgegen, als kurz nach 18 Uhr der erste Ballwechsel gespielt wurde.
Es war ein echter Klassiker, mit allem, was dazugehört. Brötzingen war mit vielen Eltern und Fans angereist, während der SSV mit seinem kleinen Tross umso leidenschaftlicher dagegenhielt. Davon angespornt, zeigten die SSV-Mädchen, was die drauf haben. Es wurde eine packende Partie mit knappem Spielverlauf, wenngleich man beiden Teams anmerkte, dass man schon weit über 8 Stunden in der Halle verbracht und schon so manches Spiel in den Beinen hatte. Bis zum Stand von 19:19 war im Durchgang 1 noch alles ausgeglichen. Die körperliche Überlegenheit der Brötzinger – alle gefühlt einen Kopf größer als die SSV-Mädchen – wurde durch unbändigen SSV-Kampfgeist ein ums andere Mal aufgewogen. So entschieden am Ende nur Nuancen über Sieg und Niederlage. Zwei vermeidbare Fehler auf der Seite des SSV ließen das Pendel zugunsten von Brötzingen ausschlagen: 22:25, das war knapp. Gleiches Bild in Durchgang 2: wieder war es ein hochspannendes Spiel, in dessen Verlauf es Brötzingen erst am Ende gelang, sich entscheidend abzusetzen. Aus dem 18:18 wurde am Ende ein 20:25. Natürlich war im ersten Moment die Enttäuschung groß, aber gleichzeitig hatten alle gespürt, zu was man im Stande ist – und es gab ja auch noch einen zweiten Turniertag!

Mit Power!
Dort warteten allerdings auch nicht gerade volleyballerische Leichtgewichte: der FT 1844 Freiburg hatte in der Vorrunde einen extrem starken Eindruck hinterlassen, ebenso das Team von Allianz MTV Stuttgart. Nicht zu vergessen die Mannschaft vom TV Niederstetten, die relativ unspektakulär, aber effektiv ihre Vorrundengruppe dominierte hatte. Aber anstatt mit übergroßem Respekt an die Sache heranzugehen, konnte man schon bei den ersten Ballwechseln spüren, dass die Mädchen vom SSV mit voller Überzeugung ans Werk gingen.
Abermals war es ein Duell von David und Goliath: hier die (bis auf Lenja) eher kleiner gewachsenen SSV-Mädchen und bei Freiburg alles Mädchen, die für ihr junges Alter schon erstaunlich groß gewachsen sind. Völlig unbeeindruckt legte der SSV los. Es sollte das beste Turnierspiel aus Sicht des SSV werden. Offenbar hatten sich alle auf das höhere Spieltempo auf dieser Ebene gewöhnt, sodass es ein Spiel auf Augenhöhe wurde. Der SSV lieferte ein begeisterndes Spiel ab: mit der Abwehr brachte man die Gegner an den Rand der Verzweiflung, die Aufschläge waren extrem druckvoll und im Angriff führte Kapitän Lenja die Mannschaft auf ein neues Level. Früh lag man mit 8:2 vorn, ehe Freiburg etwas besser in Spiel fand. Beim Stand von 21:21 war alles wieder offen, aber diesmal spielte der SSV mutig den Satz zu Ende und durfte so ein 25:22 bejubeln. Im zweiten Satz lag der SSV schnell mit 4:10 zurück, aber diese Mädchen zeichnet eben auch ein großes Kämpferherz aus. Beim Stand von 16:16 war man nur noch 9 Punkte vom Matchgewinn entfernt, aber ein paar kurz gelegte Lobs waren selbst für die SSV-Abwehr nicht zu erreichen – 19:25. Jetzt erst recht? Die Nerven zeigten zu Beginn des Entscheidungssatzes erstmals ihre Existenz. Beim letzten Seitenwechsel stand es gar 4:8. Abermals schien sich das Blatt zu wenden. Der SSV holte Punkt um Punkt auf. Beim Stand von 14:14 war alles möglich. Der nächste Punkt würde für eine der beiden Mannschaften Matchball bringen. In einer wahren Ball-Ralley ging der Ball hin und her, ehe der Ball auf der Freiburger Seite auf den Boden fiel. Matchball für den SSV – war das die Sensation? Doch anstatt den Sack zuzumachen, beschränkten sich die Mädchen allzu sehr auf sichere Ballaktionen und brachten so doch noch Freiburg zurück auf die Gewinnerstraße. Am Ende hieß es 15:17 aus Sicht des SSV. Was für ein Drama und wie schade war das, dieses Spiel noch zu verlieren! Aber auch was war das für eine tolle spielerische Leistung gewesen!

Die U13 am Turnierende
Es blieb nur kurz Zeit, sich die Wunden zu lecken. Außerdem war man schnell wieder zurück zum eigenen Plan: jetzt musste man eben gegen die MTV Stuttgart gewinnen. Dass dieser Plan nicht einfach zu verwirklichen war, durfte man schnell am eigenen Leib spüren. Die etwas unorthodoxe Spielweise der Stuttgarterinnen machten sie zu einem unangenehm zu spielenden Gegner: häufig wurden auch zweite Bälle direkt zurückgespielt und am Netz gab es ein ums andere Mal eher ungewöhnliche Aktionen zu sehen. Aber es reichte Stuttgart aus, um Satz 1 relativ deutlich mit 25:18 für sich zu entscheiden. Satz 2 war von Anfang an hart umkämpft. Bis weit in den Satz hinein wussten beide Mannschaften zu überzeugen. Der SSV hatte das etwas klarer strukturierte Spiel und versuchte, aus möglichst jeder eigenen Ballaktion einen richtigen Angriff zu machen, während bei Stuttgart alles auf das gezielte Pritschen ausgelegt war. Endlich gelang es dem SSV, aus der spielerischen Überlegenheit auch mehr Punkte zu machen. Schnell führte man mit 3 Punkte Vorsprung, die man sich auch bis zum Ende des Satzes nicht mehr nehmen ließ: 25:21! Und jetzt noch den dritten gewinnen? Alles schien auf ein Happy End hinzuweisen: der SSV spielte weiter druckvoll und lag bereits mit 9:5 vorn! Doch das Glück wollte heute einfach nicht auf Seiten des SSV stehen. Gleich zwei Netzroller von Stuttgart in den letzten Ballwechseln waren zumindest ein Grund dafür, dass Stuttgart zum 13:13 ausgleichen konnte und auch im Nachgang die nächsten beiden Punkte zum unglücklichen 15:13 für sich verbuchte.
Im abschließenden Spiel gegen den TV Niederstetten hingegen war der SSV von der ersten Minuten an im Hintertreffen. Die Gegner spulten ihr eher unauffälliges Spiel sehr konstant und souverän herunter und beim SSV war zu spüren, dass die ersten beiden Spiele sehr viele Körner gekostet hatten.

Abschlussfoto
So beendete der SSV das Regionalspielfest als sechstbeste Mannschaft Baden-Württembergs und erreichte damit die beste Platzierung, die je eine U13 des SSV in dieser Altersstufe erringen konnte. Die Mannschaft darf sich aber nicht nur über den Platz alleine freuen. Ihr gelang ist, beim absoluten Saisonhighlight ihr mit Abstand bestes Volleyball zu spielen und selbst während des Turniers konnte man beobachten, wie sich die Mannschaft weiter entwickelt hat. Rein spielerisch war man mit Freiburg und Stuttgart mehr als auf Augenhöhe und selbst Brötzingen war nicht völlig unbezwingbar. Dass Brötzingen im Gesamtklassement sogar Dritter wurde, zeigt nur, was in einem Idealfall alles möglich gewesen wäre. Aber anstatt sich zu grämen, durften sich die Mädchen, Betreuer und Fans über zwei tolle Tage mit Top-Volleyball im oberschwäbischen Ochsenhausen freuen.
Wir sind stolz auf: Amelie, Diana, Hannah, Lenja, Lina, Sarah.