Guter Start

Das erste Turnier bei der U16 wurde in heimischer Halle ausgespielt. Zwei Siege und zwei Niederlagen schlugen am Ende zu Buche.

Das Starterfeld dieses ersten Turniers in der sogenannten Verbandsliga war – wie inzwischen üblich – das Who-is-Who der NVJ: TV Bühl, TV Brötzingen, VC Eppingen, TSG Wiesloch und SV Sinsheim, dazu die Mannschaft des SSV Vogelstang. Für Nervosität sorgte schon vor Beginn der Spiele die etwas unglückliche Auslosung. „TSG Wiesloch“ und TV Brötzingen hießen die beiden Vorrundengegner für den SSV – schwere Brocken!

SSV – „TSG Wiesloch“

Gleich zu Auftakt ging es gegen das starke Team der „TSG Wiesloch“ (die Anführungsstriche werden später erklärt). Der Respekt war groß – zu groß vielleicht. Denn der SSV fand zu Beginn überhaupt nicht ins Spiel. Vor allem mit den druckvollen Aufschlägen des Gegners kam man überhaupt nicht zurecht und ohne Annahme ist es eben schwierig, erfolgreich Volleyball zu spielen. Zum Glück durfte nach dem 9:25 (!) noch ein zweiter Satz gespielt werden. Da zeigte sich der SSV endlich wach. Sofort war das Spiel ausgeglichener. Das Publikum bekam viele spektakuläre Ballwechsel zu sehen. Zwar klappte noch immer nicht alles, aber das lag auch am großen Druck, den die Gegner immer wieder aufbauten. Dass auch der 2. Durchgang mit 19:25 abgegeben wurde, sorgte entsprechend für einige Enttäuschung, hatte man doch gemerkt, dass hier sogar mehr drin war.

SSV – TV Brötzingen

So stand man im zweiten Vorrundenspiel gegen TV Brötzingen schon ein wenig unter Druck. Und da Brötzingen in den vergangenen Jahren der dominante Verein im nordbadischen Jugendvolleyball war, musste man schon Schlimmstes befürchten. Aber nachdem man im Spiel von „Wiesloch“ gegen Brötzingen schon gesehen hatte, dass auch Brötzingen gegen Wiesloch chancenlos war, ging man mit breiter Brust ins Spiel. Es entwickelte sich von Anfang an ein spannendes Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Keine der beiden Teams konnte sich bis zum 23:23 entscheidend absetzen. Im entscheidenden Moment behielt der SSV zum Glück die Ruhe und konnte so das 25:23 bejubeln. Damit war der Widerstand des Gegners scheinbar gebrochen. Dort lief nicht mehr viel zusammen, eine Aufschlagsserie folgte beim SSV auf die nächste. Auch in der Höhe verdient stand am Ende ein 25:9 auf der Anzeigetafel. Sehr souveräne Leistung!

SSV – VC Eppingen

Im neuen Modus der NVJ stand an diesem ersten Spieltag jetzt die Zwischenrunde an. Als Gruppenzweiter hieß das, dass man gegen den Gruppendritten der anderen Vorrundengruppe anzutreten hatte. Das war das Team vom VC Eppingen. Der SSV spielte die etwas einseitige Partie ganz professionell herunter und ließ keine Frage, wer hier die Oberhand behalten wollte. 25:12 und 25:15 waren deutliche und in der Höhe auch verdiente Satzerfolge. Der Einzug ins kleine Finale war damit erreicht!

SSV – TV Brötzingen (die zweite Auflage)

Da auch Brötzingen ihr Überkreuzspiel gegen Sinsheim gewonnen hatte, kam es im kleinen Finale zur Neuauflage des Vorrundenspiels. Vielleicht fühlte man sich nach dem Erfolg im ersten Aufeinandertreffen zu sicher, vielleicht lag es auch daran, dass Brötzingen sich im Verlauf des Tages gesteigert hat. Jedenfalls war es eine völlig andere Partie als noch Stunden davor. Brötzingen spielte ein sehr stabiles Spiel mit ganz seltenen Fehlern. Dazu lieferte der SSV alleine im ersten Satz fünf Aufschlagsfehler. 21:25 – das war ein Schuss vor den Bug. Doch die Mädchen vom SSV zeigten eine tolle Reaktion. Leicht in der Aufstellung umgestellt lagen sie in Satz 2 gleich vorn. Dieses Mal waren die Aufschläge eine echte Bank, während Brötzingen überhaupt nicht mehr in ihr Spiel fand. Mit 25:17 ging der Satz an den SSV – das sollte doch jetzt auch Mut für den Entscheidungssatz geben. Und der SSV legte weiter los wie die Feuerwehr. Beim zwischenzeitlichen 7:2 sah alles nach einer eindeutigen Angelegenheit aus, doch schon beim Seitenwechsel lag man nur noch 8:6 in Front. Man hielt die Führung bis zum 12:9, doch dann verließ das Team irgendwie jeglicher Mut. Es wurde zu einer reinen Nervensache, als es dann sogar 14:14 stand. Jetzt fehlte dem SSV das letzte Quentchen und die beiden letzten Punkte gingen an Brötzingen.

Im abschließenden Finale durfte man noch einmal die Übermacht „Wieslochs“ bewundern, ließen sie den Mädchen vom TV Bühl doch wirklich keine Chance. 25:16 und 25:17 waren eine Demonstration, wenngleich auch die Bühler tolles U16-Volleyball boten. Gratulation an den verdienten Turniersieger. Das relativierte auch den Turnierauftakt des SSV noch einmal.

Der SSV hingegen darf sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen sein. Vor allem spielerisch wusste die Mannschaft zu überzeugen. In allen Elementen gab es starke Phasen, auf die man jetzt aufbauen kann. Die große Konstanz fehlte über den Tag hinweg noch, aber das Potential konnten auch die Zuschauer in jedem der Spiele sehen.

Für den SSV spielten: Anastasia, Chiara, Emilia, Laura, Maya, Nadine, Sara, Sina, Yasmin, Viki.

Die Sache mit den Anführungsstrichen

Ganz klar: „Wiesloch“ war an diesem Tag die mit Abstand stärkste Mannschaft und hat das Turnier verdient gewonnen. Und alles, was „Wiesloch“ dafür getan hat, ist regulär und erlaubt. Was dort auf dem Feld steht, war bei Licht betrachtet, allerdings nicht das, was man eine Vereinsmannschaft nennen darf. Das Team war gespickt mit Kaderspielerinnen verschiedenster Vereine, die sich nur zum Zweck des Jugendspielbetriebs zu einer Mannschaft zusammengefunden haben. Dass man auf diese Weise eine qualitativ starke Mannschaft aufbieten kann liegt auf der Hand. Aber in der Halle machte sich unter Trainern und den Zuschauern auch Unmut über diese besondere Form der Vereinsmannschaft breit. Da treten andere Mannschaften mit ihren Eigengewächsen an, die alle auch Hoffnungen auf Turniersiege haben, sich dann aber einer Mannschaft geschlagen geben müssen, die besser unter dem Namen VCO an den Start gehen sollte. Die würde dann den anderen Vereinsmannschaften auch keinen Platz bei einer möglichen Qualifikation für die Regionalmeisterschaften nehmen. Und als nach Ende des Finales einige Zuschauer dem TV Bühl zur besten „Vereinsmannschaft“ kürten, war allen klar, dass hier etwas geschehen ist, das in der allgemeinen Wahrnehmung zumindest bedenklich ist.

Dass sich die Spielerinnen der eigenen Mannschaft fragen, wie es kommen kann, dass man gegen ein „Kaderteam“ im Wettbewerb steht, dürfte deshalb auch niemanden wundern. Ob das allerdings wirklich sinnvoll und gewünscht ist, muss man bezweifeln.

Und bevor das in den falschen Hals kommt: die Möglichkeit, Jugendliche aus dem eigenen Verein eine Startberechtigung in einem anderen zu geben, ist absolut in Einklang mit den Statuten und passiert auch immer wieder. Dann aber doch meistens für eine oder zwei Spielerinnen und nicht für den Großteil des Kaders. Schade eigentlich.

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