Ein Herbstausflug

Was gibt es eigentlich schöneres, als bei blauem Himmel und spätsommerlichen Temperaturen einen Ausflug an die ehemalige Reichsburg Trifels zu machen? Das dachten auch die Kangaroos und verbanden den Trip mit einem 6 1/2-stündigen Zwischenstopp in Annweiler und zwei Volleyballspielen.

Fast auf den Tag genau sechs Monate war es her, dass die Kangaroos in einem Wimpernschlagfinale die Meisterschaft in der C-Klasse und damit den Aufstieg perfekt gemacht hatten. Und nun war man gespannt, wie groß der Leistungsunterschied in der B-Klasse sein würde.

Schneller als erhofft zeigte es sich gleich im allerersten Saisonspiel gegen die „VBC Haßloch Invalidos“, dass nun die Post anders abgeht. Und während die Kangaroos noch einigermaßen verträumt über die landschaftlich schöne Anreise meditierten, war der erste Satz auch schon weg. Ein Weckruf zur rechten Zeit, denn im zweiten Durchgang erkannte man erstmals, dass die Kangaroos mehr als Punktelieferant sein werden. Die Fehlerrate, die im ersten Durchgang noch nahe bei 100% gelegen hatte, war auf ein Normalmaß (was auch immer das heißen mag) reduziert und nun klappten es mitunter sogar, Aktionen am Netz mit einem Punkt abzuschließen. Bis weit in den Satz hinein lag man denn auch mit bis zu vier Punkten vorne, ehe eine Aufschlagsserie von Hassloch mit acht Punkten in Folge alle Hoffnungen zunichte machte. Damit war der kurze Widerstand bereits gebrochen und der dritte Durchgang ging ebenso schnell verloren wie der erste (-10, -18, -14). Oje!

Nun hatte man erst einmal fast zwei Stunden Pause, in denen Hassloch seine zweite Partie gegen die Gastgeber von „Nemmen Du Annweiler“ bestritt. In einem sehr ansehnlichen Spiel kostete es Hassloch am Ende eine Energieleistung, um auch dieses Spiel mit 3:1 für sich zu entscheiden. Die Kangaroos waren also vorgewarnt – Annweiler würde keine leichte Beute werden!

Doch gleich zu Beginn des Spiels merkte man jedem einzelnen Kangaroo an, dass man die Verärgerung über Spiel 1 in Energie umwandeln wollte … und konnte. Die Aktionen waren nun durchdachter und druckvoller, das SSV-Spiel insgesamt beweglicher und engagierter. Das sah schon nach ordentlichem Volleyball aus, was die Kangaroos nun aufs Spielfeld zauberten. Einem hart umkämpften 28:26 ließ man ein verdientes 25:22 folgen und man wähnte sich auf der sicheren Siegesstraße. Doch anstatt aus den gewonnen Sätzen Sicherheit zu gewinnen, gab es einen Bruch im Spiel. Annweiler zog davon und auch eine Aufholjagd zum Satzende konnte den Satzverlust nicht mehr wettmachen. Nun wollte man im Satz vier den Sieg perfekt machen – verdient wäre es ja gewesen. Der Durchgang verlief auch über weite Phasen ausgeglichen, doch fehlte dem SSV die Ruhe und Souveränität (und vielleicht auch ein paar „Körner“ Kraft?), um die entscheidenden Punkte zu machen. So trat man am Ende mit einem 2:2 die Heimreise an.

Es fällt schwer, die erzielten Ergebnisse klar einzuordnen – dafür ist die Saison noch zu jung. Zwei Erkenntnisse konnten allerdings gewonnen werden. 1. Mit einer durchschnittlichen Leistung wird man in der B-Klasse keinen Blumentopf gewinnen. Und 2. haben die Kangaroos das Potential zu mehr. Gelingt es, die Leistung konstant abzurufen, werden sich bei den Kangaroos auch noch Erfolge einstellen.

So fuhr man gen Mannheim und hatte noch nicht einmal die Gelegenheit gehabt, die Burg hoch oben über Annweiler aus der Nähe zu sehen. Naja, vielleicht beim nächsten Mal.

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