Abenteuer Tuttlingen
Als sich die Verantwortlichen beim SSV dazu entschlossen, zum ersten Mal am traditionsreichen Turnier in Tuttlingen teilzunehmen, wusste keiner so recht, worauf man sich einließ. Aber spätestens, als man in der proppenvollen Mühlau-Halle den Einlauf der Mannschaften erlebte, war jedem klar: das wird eine ganz besondere Nummer.

„Mannschaftsbesprechung“ im Zelt
Die Vorhut bildete Jugend-Coach Andreas Neßler: eigentlich beabsichtigte er, schon am Vorabend in Tuttlingen einzutreffen, um die Lage besser zu sondieren und einen guten Zeltplatz für den SSV zu reservieren. Doch die Gemeinde Tuttlingen verweigerte die Zustimmung zu einer Übernachtung und so musste er in aller Herrgottsfrühe die Reise an die obere Donau antreten.

Das Aufgebot des SSV Vogelstang
Ein riesiges Zeltlager war binnen weniger Stunden von den teilnehmenden 108 Mannschaften aus dem Boden gestampft worden und man konnte zum ersten Mal erkennen, dass hier das größte Jugend-Volleyball-Turnier Süddeutschlands bevorstand.

Abklatschen beim Einlauf

Abklatschen beim Einlauf
Um die Masse der Spiele überhaupt in zwei Tagen über die Bühne zu bringen, hatte der Ausrichter die Spiele in gleich drei Hallen verteilt, die alle nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt liegen. Ein negativer Effekt davon war allerdings, dass man von den Spielen in den anderen Hallen kaum etwas mitbekam, da der Spielplan kaum Freiräume ließ. Am ersten Tag „erwischte“ es beim SSV die U16/2, die in einer „Außenhalle“ ihre Spiele bestritt, während die drei anderen Mannschaften in der Mühlau-Halle selbst spielten.
Es war schon fraglos aufregend und so brauchten die SSV-Teams auch einige Bälle, bis sie wirklich im Turnier ankamen. Die U13/1 lag beispielsweise schnell mit 0:10 in ihrem ersten Spiel zurück, ehe sie sich besann und den Satz noch für sich entschied. Aber nach einigen Spielen war klar, dass ein Turniersieg möglicherweise nicht möglich war, man sich aber vor keiner der anderen Mannschaften zu verstecken hatte. Nur von der U16/2 in der Außenhalle hörte man, dass man sich schwer tat und noch immer auf den ersten Erfolg wartete.

Endlich Abendessen

Mir sinn guut druff!

Auch die Eltern frieren langsam
So dauerte es bis kurz nach Mitternacht, bis auch die letzten Spielerinnen sich in ihre Schlafsäcke einmümmelten – in der irrigen Hoffnung, jetzt doch bald Ruhe zu finden. Es war eine kalte Nacht (7 Grad), die mit dem Aufgehen der Sonne um kurz nach fünf auch für die meisten schon wieder vorbei war. Schon um viertel vor sieben hatte sich eine lange Schlange vor dem Einlass zum Frühstück gebildet. Kurz vor sieben war endlich Einlass.
Doch wer jetzt dachte, dass die Mädchen nun groggy auf dem Volleyballfeld herumkriechen würden, wurde ab 9 Uhr eines besseren belehrt. Mit vollem Einsatz und Elan gingen die SSV-Teams in den zweiten Tag – alle mit dem festen Ziel vor Augen, heute keine Punkte herschenken zu wollen. Respekt!
Da keine der SSV-Mannschaften den Einzug ins Viertelfinale geschafft hatten, war mit dem Spielen schon um die Mittagszeit zu Ende. Man hatte sich mehr als tapfer geschlagen und war in der Gesamtbilanz des zweiten Turniertages in neun von elf Spielen mit SSV-Beteiligung als Sieger vom Platz gegangen.
Bis zum voraussichtlichen Ende des Turniers und damit der Siegerehrung war noch einige Zeit, die manche zum Besuch im benachbarten Bad, die meisten allerdings zum Abbau der Zelte und Einpacken der Autos nutzten.

Siegerehrung
Und auch bei der abschließenden Ehrung aller Mannschaften zeigte der Ausrichter, wie man einen würdigen Abschluss einer solchen Großveranstaltung zelebriert. Alle teilnehmenden Mannschaften erhielten Urkunden, auf denen neben der Platzierung auch die Namen der Mitspielerinnen verzeichnet waren – eine tolle Geste.
Dann hieß es Abschied nehmen und fast war etwas wie Wehmut zu spüren – zwei solche Tagen schweißen einfach zusammen. Noch kurz sammelten sich alle Spielerinnen, Betreuer und Eltern, um auch ja niemanden in Tuttlingen zu vergessen. Nochmal ein Dank an alle mitgereisten Eltern und dann ging es ab auf die Autobahn.
Gegen halb acht erreichten auch die letzten Autos wieder die Vogelstang – im Gepäck zwanzig müde, aber hochzufriedene junge Volleyballerinnen, die aus Tuttlingen jede Menge Motivation und Spaß mitgebracht haben. Es war eine tolle Veranstaltung!
Mehr Bilder vom Turnier in Tuttlingen (geschützt durch Passwort) gibt es hier.