Nicht so einfach

Als Landesliga-Absteiger waren alle davon ausgegangen, dass die Bezirksliga für unsere 1. Damen nun leichtes Spiel bedeuten könnte. Doch es zeigt sich einmal mehr: man sollte keinen Gegner unterschätzen!

Der Vollständigkeit halber muss man gleich zu Anfang sagen, dass die Damen nach dem Abstieg aus der Landesliga drei Leistungsträger der vergangenen Saison verloren. Dafür kam mit Mariola Greschik eine junge engagierte Spielerin hinzu und Zuspielerin Petra Zinser feierte nach fast 2-jähriger Pause ein Comeback. Last but not least sollte Olga Liebert (ebenfalls nach 2 Jahren Pause) in den Kreis der Mannschaft zurückkehren, doch noch immer laboriert sie an einem Bänderriss, den sie sich im Juni beim Training zuzog.

Nach Weggang von Coach Andi Zinser gegen Ende der letzten Saison war man auch noch immer trainerlos, als die Saison startete. In der Zwischenzeit hat sich dies zum Glück geändert: SSV-Urgestein Tommy Raaymann, der die Damen schon einmal trainiert hatte, erklärte sich bereit, nach den Herbstferien wieder die Verantwortung zu übernehmen – keine leichte Aufgabe, wie sich schnell zeigen sollte. Doch der Reihe nach …
Guten Mutes war man in die Runde gestartet. Mit zwei Ausfällen ging es gleich zum Rundenauftakt zum Heimspiel gegen TSG Rohrbach 3 und TG Sandhausen. Trotz Anlaufschwierigkeiten beim ersten Spiel des Tages lief es bald recht rund. Nach Verlust des 3. Satzes musste man kurz zittern, ob das Spiel nun kippen würde. Doch in Satz 4 behielt der SSV Oberwasser und gewann den Satz und somit das Auftaktspiel der Saison.

Dass man konditionell noch nicht ganz auf der Höhe ist, war im anschließenden 2. Spiel des Tages nicht wegzu-diskutieren. Zwar erkämpften sich die Damen noch einen Satzgewinn, aber mehr sprang nicht mehr heraus (-13, -21, 22, -8).

Das konnte aber der durchweg positiven Stimmung keinen Abbruch tun: bei einem Gläschen Sekt wurde auf die frisch verheiratete Tanja angestoßen.

Der zweite Spieltag nun aus den Augen der Spielerinnen Sabine und Gabi:
„Unter erschwerten Bedingungen begann unser Spiel gegen SG Friedrichsfeld/Nhn. In der Halle wurden wir schon mit lauter Musik empfangen, sodass wir uns kaum unterhalten und unsere Spielstrategie entwickeln konnten. In der Halle wurde zeiversetzt auf zwei Spielfeldern gespielt, die man nicht abtrennen konnte. Als unser Spiel anfing, waren die Herrenmannschaften auf dem Nebenfeld gerade dabei, sich aufzuwärmen und einzuschlagen – damit war es um unsere Konzentration geschehen.
Die Sätze 1 + 2 gingen sang- und klanglos verloren, ohne dass wir richtig in unser Spiel gefunden hätten. Die Enttäuschung war groß und die Gesichter hingen auf dem Boden. Jetzt musste etwas passieren! Tommy, unser neuer Coach, munterte uns auf und erinnerte uns an unsere (scheinbar) vergessenen Stärken. Unser Motto für den 3. Satz: Spaß haben und unbefangen aufspielen, da eigentlich nichts mehr zu verlieren ist.
Es funktionierte! Den dritten Satz gewannen wir trotz gutem und harmonischen Spiel nur knapp (25:23). Aber es reichte! Wir waren zurück im Spiel und total motiviert.
Den 4. Satz ging souverän an uns. Doch obwohl unser Spiel immer sicherer wurde, musste im Tiebreak noch einmal gezittert werden.

Erst einmal hieß es 0:5 gegen uns. Nach Seitenwechsel beim Spielstand von 6:8 hielt uns jedoch nichts mehr und wir gewannen glücklich und erleichtert mit 15:13.
Fazit: Wir haben uns als Mannschaft zusammengefunden und mentale Stärke bewiesen. Alle freuen sich schon auf den Doppelspieltag am 9. November.“

Doch außer der Vorfreude ist von dem besagten Doppelspieltag am 9.11. nichts Positives zu vermelden. Die Damen erwischten buchstäblich einen raben-schwarzen Tag. Völlig von der Rolle präsentierte sich die Mannschaft vor allem im ersten Spiel gegen die SG Leutershausen. Ohne sichtbare Gegen-wehr gab man sich geschlagen, lediglich in Satz 2 waren positive Ansätze zu erkennen.

Eine leichte Steigerung konnte der aufmerksame Beobachter dann im 2. Spiel des Tages feststellen. Doch leider waren auch die Gegner – die DJK Dossenheim – von einem anderen Kaliber. Es entwickelten sich jeweils knappe Satzverläufe, schließlich hatten jedoch immer die Gäste das bessere Ende für sich: Ebenfalls 0:3! Oh weh!

Als Aufbaugegner erwies sich die DJK Hockenheim beim bislang letzten Spiel genau richtig. Den Gegnern gelang es eigentlich zu keiner Zeit, Druck gegen den SSV zu entwickeln. Nur im 3. Satz wurde es etwas knapper, als es der SSV allzu locker angehen ließ. Der 3:0-Sieg war dann auch Balsam auf arg geschundene SSV-Nerven.

Müsste man eine Wette auf den Saisonausgang der 1. Damen abgeben, hätte man keine leichte Aufgabe: einerseits gibt es in der Bezirksliga 2002/03 eigentlich keine Mannschaft, gegen die der SSV nicht gewinnen könnte. Auf der anderen Seite haben die Tiefs gezeigt, dass man an einem schlechten Tag gegen (fast) jede Mannschaft auch verlieren kann. Es bleibt also spannend, ein Platz im Mittelfeld sollte aber auf alle Fälle drin sein!

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