Nichts zu holen dieses Mal

Es gibt diese Tage, an denen man eigentlich gar nicht so viel falsch machen möchte, es einem aber trotzdem immer wieder irgendwie gelingt. Einen solchen erwischten die SSV Damen gegen den TV Bretten. Dass die Gastgeberinnen an diesem Tag allerdings auch noch verdammt wenig Lust auf Gastgeschenke hatten, machte die Aufgabe für die Vogelstänglerinnen nicht unbedingt einfacher.

Schon im ersten Satz zeigte Bretten eindrucksvoll, warum man an diesem Tag einen ziemlich langen Atem brauchen würde. Die Heimmannschaft agierte konzentriert, beweglich und vor allem bemerkenswert fehlerarm. Während auf SSV-Seite immer wieder ein Aufschlag sein eigentlich vorgesehenes Ziel verfehlte, der Block nicht richtig zugriff oder in etwas unübersichtlicheren Spielsituationen die letzte Konsequenz fehlte, machte Bretten das genaue Gegenteil: ruhig bleiben, Ball im Spiel halten und im richtigen Moment mit sehenswerten Angriffskombinationen zuschlagen. Das Ergebnis war ein deutliches 11:25 und damit ein erster Satz, den man aus Vogelstänger Sicht wohl relativ schnell unter „abhaken und weitermachen“ verbuchen durfte.

Und tatsächlich wurde es im zweiten Durchgang besser. Die SSV Mädels kämpften, hielten dagegen und schafften es nun häufiger, die Gäste unter Druck zu setzen. Doch genau in den Momenten, in denen so etwas wie ein kleiner Lauf entstehen wollte, schlich er sich wieder ein, dieser unnötige Eigenfehler. Mal im Aufschlag, mal am Netz und manchmal auch einfach in einer Situation, in der sich plötzlich alle fragten, wem dieser Ball denn nun eigentlich gehört. Bretten verstand dies natürlich, insbesondere an diesem Tag, vorbildlich zu nutzen, verteidigte stark und brachte sehr viele, leider viel zu viele, Bälle auf der Mannheimer Seite unter. Mit 17:25 wanderte schließlich auch Satz Nummer zwei auf das Konto der Heimmannschaft.

Im dritten Durchgang zeigte sich leider ein ähnliches Bild. Der Wille war da, gekämpft wurde ebenfalls und sicherlich ließ sich den Vogelstänglerinnen nicht vorwerfen, das Spiel einfach so herzugeben. Was fehlte, war die notwendige Stabilität. Zu häufig wechselten sich gute Aktionen mit vermeidbaren Fehlern ab, während Bretten konsequent, variabel und mit einer hervorragend organisierten Abwehr sein Spiel durchzog. Besonders die gar nicht so seltenen, langen und stark umkämpften Ballwechsel endeten eigentlich immer auf der Seite des SSV, was natürlich nicht gerade das Selbstvertrauen stärkte. Mit 15:25 ging schließlich auch der dritte Satz und damit die Partie verdient an die Brettener Mädels.

So stand am Ende ein deutliches 0:3, das dennoch nicht bedeutet, dass beim SSV alles schlecht gewesen wäre. Gekämpft wurde bis zum Schluss. Gegen einen derart stabilen und fehlerarmen Gegner reicht Kampf alleine an manchen Tagen aber eben nicht aus. Für die kommenden Aufgaben heißt es deshalb: die guten Phasen verlängern, die unnötigen Fehler reduzieren und aus einzelnen gelungenen Aktionen wieder konstante Serien machen.

Denn kämpfen können die SSV Mädels. Jetzt müssen sie sich dafür nur noch etwas häufiger selbst belohnen.