Teuer verkauft
Als Landesmeister im NVV reiste die U16 des SSV Vogelstang zur „Regionalmeisterschaft Süd“ nach Rottenburg am Neckar. Verletzungsbedingt ohne Außenangreiferin Amara startete der kleine SSV-Tross am extrem frühen Morgen ins Württembergische.
Hinter den Mädchen lag eine ereignisreiche Saison der zum zweiten Mal ausgetragenen U16-BaWü-Liga für Mädchen. Fünf der sechs Mannschaften aus der BaWü-Liga hatten auch die Qualifikation zur Regionalmeisterschaft geschafft und lediglich Ausrichter TV Rottenburg hatte auf die große Rundreise durchs Ländle verzichtet und sich erst über die Württembergische Meisterschaft qualifiziert. Alle sechs Teilnehmer wurden schon bei der Begrüßung als „die U16-Elite Baden-Württembergs“ vorgestellt und es wurde nicht zu viel versprochen.
Ab den ersten Ballwechseln gab es durchweg hochklassiges U16-Volleyball zu bestaunen. Und mittendrin die U16 des SSV. Gleich zum Auftakt stand mit der „Volleyball-Akademie Stuttgart“ einer der ganz großen Namen der Szene auf der anderen Spielfeldhälfte. Der Respekt war den SSV-Mädchen von Anfang anzumerken. Stuttgart spielte aber auch druckvoll auf und holte sich den ersten Durchgang deutlich. Der Motor des SSV kam erst in Satz 2 ans Laufen. Nun war es ein Spiel auf Augenhöhe und keines der Teams konnte sich absetzen. Ein Quäntchen mehr Konstanz machte am Ende den Unterschied zugunsten der Stuttgarter. Aber vor allem auf der Grundlage des zweiten Satzes konnte man weiter aufbauen.
Da in der Vorrundengruppe des SSV Stuttgart im zweiten Spiel gegen Freiburg ebenfalls erfolgreich war, ging es in der letzten Vorrundenpartie zwischen dem SSV und Freiburg schon um alles – nur der Sieger würde als Gruppenzweiter in die Finalrunde um die Plätze 1 bis 4 einziehen.
Dem SSV war von Beginn an anzumerken, dass die Punkte auf die Vogelstang gehen sollten. Nun lief viel zusammen, während Freiburg sichtbar beeindruckt war. Nach dem 25:15 in Satz 1 schien es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Match an den SSV gehen würde. Doch so leicht wollte es Freiburg den „Stänglerinnen“ nicht machen. Freiburg befreite sich zusehends aus dem Druck des SSV und konnte vor allem mit guten Aufschlägen selbst Akzente setzen. Der Satz ging nach drei vergebenen Matchbällen für den SSV in die Verlängerung, mit dem besseren Ende für Freiburg (25:27). Was folgte, war einer jener Krimis, den so mancher Zuschauer nicht so schnell vergessen wird. Es stand bereits 7:10 und der letzte Glaube schien verloren. Doch dann zeigte das SSV-Team Moral, kämpfte sich Punkt um Punkt heran. Bei 14:13 hatte der SSV dann den ersten Matchball. Der wurde vergeben und bei 14:15 lag Freiburg nur noch einen Punkt vom Sieg entfernt. Abermals gelang der Ausgleich für den SSV. Bei 16:15 war es dann so weit: der SSV holte sich den 17ten Punkt und gewann damit diese Partie. Was für eine Nervenleistung dieser jungen Mädchen!
Doch zum Feiern blieb kaum Zeit. Als zweitplatziertes Team war der SSV damit in der Finalrunde, in die neben Stuttgart aus der anderen Gruppe noch Offenburg das Überraschungsteam des TV Rottenburg eingezogen waren.
Die Hoffnungen waren groß, dass der Last-Second-Sieg gegen Freiburg neue Energie freigesetzt hatte. Doch gegen den späteren Regionalmeister des VC Offenburg fand der SSV nie so recht ins Spiel. Auf alles hatten die Gegner stets eine noch bessere Antwort – da war einfach nichts zu holen (18:25, 16:25).

Zum Glück gab es danach ein Spiel Pause für den SSV, sodass nochmal alle Körner zusammengekratzt werden konnten für das allerletzte Spiel des Tages. Und dass Rottenburg beileibe kein leichter Gegner werden würde, ergab sich alleine schon daraus, dass die ihr erstes Spiel in der Finalrunde gegen den Topfavoriten Stuttgart in drei dramatischen Sätzen gewonnen hatten und mit einem Sieg gegen den SSV sogar die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft möglich war.
Um viertel vor sieben, über 7 1/2 Stunden nach Turnierbeginn, wurde der erste Ballwechsel der Partie gespielt. Beiden Teams waren die Strapazen des Turniers anzusehen. Das vierte Spiel des Tages würde auch die Mannschaft gewinnen, die noch die meiste Energie im Tank hatte. Die SSV-Mädchen spielten wahrlich groß auf, zeigten sich als Einheit und zwangen Rottenburg immer wieder zu Fehlern. 19:13 stand es zwischenzeitlich sogar für den SSV. Doch anstatt den Satz durchzuspielen, verließ die Mannschaft scheinbar ein wenig der Mut. Nur wenige schwächere Aktionen reichten schon, um das Pendel zugunsten von Rottenburg schwenken zu lassen. Angetrieben von zahlreichen Eltern und Fans gelang Rottenburg der Umschwung. Kaum eine Spielerin des SSV wusste so recht, wie es passiert war, aber plötzlich stand auf der Anzeigetafel ein 23:25.
Doch auch von diesem Nackenschlag erholte sich der SSV. Was für eine unglaubliche kämpferische Leistung zeigten diese beiden Teams weiterhin. Der SSV lag auch in diesem Satz immer wieder vorn, zuletzt sogar 21:19. Doch die verdiente Belohnung – zumindest ein Satzgewinn – wollte sich nicht einstellen. Die Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten (21:25. Die Verabschiedung vom Gegner war auf Seiten des SSV entsprechend tränenreich. Das Team hatte wirklich alles aus sich herausgeholt und letztlich auch Rottenburg bis zum Letzten gefordert.
So endete die Regionalmeisterschaft mit einem Sieg von VC Offenburg, die ohne Niederlage durchs Turnier gestürmt sind und absolut verdient den Baden-Württembergischen Titel tragen dürfen. Dahinter mit dem TV Rottenburg das Überraschungsteam des Tages – zusammen mit Offenburg dürfen sie nun die Baden-Württembergischen Farben bei den Deutschen Meisterschaften vertreten.
Und mittendrin als Viertplatzierter die U16 des SSV Vogelstang mit Anna, Annabel, Chrissie, Dunja, Eva, Kaja, Marie, Mariella, Selina, Vanessa (heute nicht dabei: Amara), die hier die Farben des SSV mehr als nur würdig vertreten haben.
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Ergebnisse
| # | Mannschaft 1 | Mannschaft 2 | Sätze | Bälle |
|---|---|---|---|---|
| Gruppe A | ||||
| 1 | VC Offenburg | TV Rottenburg | 2:0 | 25:21 27:25 |
| 2 | TV Rottenburg | SV KA-Beiertheim | 2:1 | 17:25 25:21 19:17 |
| 3 | VC Offenburg | SV KA-Beiertheim | 2:0 | 25:18 25:23 |
| Gruppe B | ||||
| 4 | SSV MA-Vogelstang | Volleyball Akademie Stuttgart | 0:2 | 16:25 22:25 |
| 5 | Volleyball Akademie Stuttgart | FT 1844 Freiburg | 2:0 | 25:21 25:11 |
| 6 | SSV MA-Vogelstang | FT 1844 Freiburg | 2:1 | 25:15 24:26 17:15 |
| Spiel um Platz 5 | ||||
| 7 | SV KA-Beiertheim | FT 1844 Freiburg | 2:1 | 17:25 25:18 15:10 |
| Spiele um Plätze 1-4 | ||||
| 8 | VC Offenburg | TV Rottenburg | 2:0 | 25:21 27:25 |
| 9 | Volleyball Akademie Stuttgart | SSV MA-Vogelstang | 2:0 | 25:16 25:22 |
| 10 | VC Offenburg | SSV MA-Vogelstang | 2:0 | 25:18 25:16 |
| 11 | TV Rottenburg | Volleyball Akademie Stuttgart | 2:1 | 16:25 25:21 15:11 |
| 12 | VC Offenburg | Volleyball Akademie Stuttgart | 2:0 | 25:20 25:22 |
| 13 | TV Rottenburg | SSV MA-Vogelstang | 2:0 | 25:23 25:21 |
Gesamttabelle
| # | Mannschaft |
|---|---|
| 1 | VC Offenburg |
| 2 | TV Rottenburg |
| 3 | Volleyball Akademie Stuttgart |
| 4 | SSV MA-Vogelstang |
| 5 | SV KA-Beiertheim |
| 6 | FT 1844 Freiburg |

