Duell mit dem Lieblingsgegner

Mit dem Spiel gegen Tabellenführer Sandhausen ging die Saison der D2 auf die Zielgerade.

Vor dem Anpfiff

Vor dem Anpfiff

Die Voraussetzungen für das junge SSV-Team waren klar: nur mit einem Sieg hatte man noch realistische Chancen auf einen zweiten Platz in der Gesamttabelle. Das sollte ausgerechnet gegen Sandhausen keine einfache Aufgabe sein. Denn die hatten bis zu diesem Zeitpunkt bis auf ein Spiel alles gewonnen. Gutes Omen: die eine Niederlage stammte aus dem Hinspiel gegen den SSV.

Schon beim Hinspiel hatte man die Erfahrung gemacht, dass gerade gegen die erfahrene Mannschaft aus Sandhausen die Emotionen besondern hoch gingen. Das setzte sich auch gleich mit Spielbeginn weiter fort. Sandhausen erwischte jedoch den besseren Start, führte binnen weniger Minuten gar mit 10:4, ehe der SSV selbst erste gute Akzente setzte. Mit jeder Aktion stieg das Selbstvertrauen der SSV-Mädchen und was dann alles möglich ist, demonstrierten sie in der Folge eindrucksvoll. Denn als wäre es das leichteste der Welt, drehten sie nicht nur diesen Satz, sondern legten vor allem in Durchgang zwei eine Vorstellung fast ohne Fehler hin. Druckvolle Aufschläge von Viki legten die Basis, dazu eine stabile Annahme und ein erfolgreicher Angriff nach dem nächsten. So manch einer der zahlreich mitgereisten Fans traute seinen Augen kaum, als dieser 2. Satz mit unglaublichen 25:10 eingefahren war.

Flying Sina

Flying Sina

Nach einem derartigen Highlight und mit einer 2:0-Führung sollte jetzt der schwierigste Part folgen: den Sack zu machen. Doch das Gefüge der D2 ist offenbar noch immer sehr zerbrechlich. Anstatt an die Leistungen des Vor-Satzes anzuknüpfen, klappte mit einem Mal kaum noch etwas. Daran hatte auch der Gegner seinen Anteil, der trotz 0:2-Rückstand nicht nachließ und stattdessen selbst immer besser ins Spiel fand. Die Köpfe beim SSV gingen immer weiter nach unten, dazu kochte die Stimmung in der Halle immer mehr hoch. Scheinbar zu viel für den SSV: 10:25 in Durchgang 3 – das tat weh.

Viki

Viki

Aber dass auch 13-bis-16-Jährige mit einem Tief gut umgehen können, bewiesen die Mädchen dann im Satz 4. Jetzt wurde es ein echtes Spitzenspiel, weil beide Teams gutes Volleyball zeigten. Gleichzeitig kochte die Stimmung immer mehr hoch. Es war schon etwas überraschend, mit wie viel (weitestgehend) sportlicher Aggressivität diese doch sehr erfahrene Sandhausener Mannschaft am Start war. Sicher trugen die ebenfalls sehr emotionalen SSV-Fans auch ihren Teil dazu bei. Und auch das Schiedsgericht aus Ladenburg – ebenfalls aus Jugendspielerinnen – stand häufiger in der Kritik. So fehlte ausgerechnet in der entscheidenden Phase dieses Durchgangs den SSV-Mädchen die nötige Ruhe, um diese zweite Chance zum Spielgewinn zu nutzen. Abermals hieß der Sieger Sandhausen, dieses Mal mit 25:22.

3:2-Sieg!!

3:2-Sieg!!

Wer jemals selbst Volleyball gespielt hat, kennt die besondere Herausforderung, wenn man nach 2:0-Führung die nächsten beiden Sätze verliert. Aber dass die jungen Wilden vom SSV Nerven haben, das weiß man nicht erst seit diesem Spieltag. Denn als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt, spielte man wieder mit Selbstvertrauen auf. Einwechselspielerin Jojo erwies sich dabei vor allem am Satzende zum Matchwinner und verwandelte den ersten Matchball zum 15:8!

Mit dem Sieg hat die SSV-Mannschaft alles selbst in der Hand, am letzten Spieltag mit zwei Siegen noch auf den zweiten Tabellenplatz aufzurücken. Sandhausen ist vor ihrem letzten Spiel unangefochten auf Platz 1 und weist mit nur 9 verlorenen Sätzen eine fast makellose Bilanz auf. Schön für den SSV, dass 6 dieser Sätze auf das Konto des SSV gehen. Und in zwei Wochen folgt dann in eigener Halle der letzte große Showdown der Saison.

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